Wirbel um Hamilton-Strafe

Gab ein Formel-1-Schiri vorzeitig Infos weiter?

Formel-1-Steward beim Großen Preis in Sotschi: der Finne Mika Salo
© Imago Sportfotodienst

28. September 2020 - 15:49 Uhr

10 Minuten vorher im finnischen TV

Gibt es da etwa einen Maulwurf in den Reihen der Formel 1? Informationen aus dem finnischen TV-Sender 'CMore' lassen jedenfalls darauf schließen. Etwa zehn Minuten vor offizieller Bekanntmachung der zweifachen Fünf-Sekunden-Strafe gegen Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hatte das finnische Fernsehen bereits über die Zeitstrafe berichtet. Im Visier: der finnische Steward und Ex-Pilot Mika Salo.

Diskussionen um Hamilton-Zeitstrafe

Salo wird laut 'Bild' vorgeworfen, Details zur Hamilton-Sanktion vorzeitig an den TV-Sender weitergegeben zu haben. Dadurch erfuhren die finnischen TV-Zuschauer vor allen anderen – und auch vor Hamilton selbst – dass der amtierende Weltmeister in Sotschi wohl kaum seinen 91. Formel-1-Sieg einfahren und damit den Rekord von Formel-1-Legende Michael Schumacher einstellen würde.

Salo arbeitet für finnisches Fernsehen

Warum Salo als Spion verdächtigt wird? Der 53-Jährige, der zwischen 1994 und 2002 selbst als Formel-1-Pilot an den Start ging, zählte in Sotschi zu den vier Stewards, die über die Hamilton-Strafe entschieden haben. Gleichzeitig tritt Salo regelmäßig als Experte im finnischen Fernsehen auf. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, dürfte das der letzte Einsatz als Formel-1-Schiedsrichter für Salo gewesen sein. Die FIA äußerte sich bislang nicht zu dem Vorfall.

Hamilton tobt wegen Zeitstrafe

Fest steht jedoch: Hamilton war mit der Entscheidung der Rennkommission alles andere als einverstanden: "Ich bin mir sicher: Für so etwas Lächerliches hat noch niemand zwei Fünfsekunden-Strafen bekommen", sagte der 35-Jährige nach dem Großen Preis von Russland. Während des Rennens hatte der Brite bereits Verschwörungstheorien gegen ihn aufgestellt. Vielleicht hatte Hamilton schon so eine Ahnung, dass da möglicherweise etwas nicht so ganz mit rechten Dingen zuging.