Aufatmen nach Massenentführung

"Wir danken dem Allmächtigen": Hunderte verschleppter Schulmädchen in Nigeria wieder frei

02. März 2021 - 20:41 Uhr

"Ich freue mich, dass ihr Leiden glücklich ohne Zwischenfall endete"

Aufatmen in Nigeria: Hunderte Schulmädchen sind nach vier Tagen in der Hand von Geiselnehmern wieder frei. Das UN-Kinderhilfswerk (Unicef) reagierte erleichtert. Zugleich ermahnte es die Regierung, dass Schulen sichere Orte für Kinder und Jugendliche sein müssten. Den Kindern scheint es ersten Erkenntnissen zufolge gut zu gehen. "Diese Nachricht bringt große Freude: Ich freue mich, dass ihr Leiden glücklich ohne Zwischenfall endete", twitterte Präsident Muhammadu Buhari.

Mädchen waren vier Tage lang in Gewalt der Entführer

Glücklich schließt diese Mutter ihr Kind wieder in die Arme.
Glücklich schließt diese Mutter ihr Kind wieder in die Arme.
© REUTERS, AFOLABI SOTUNDE, SEC

Polizei und Militär würden jetzt die Täter verfolgen. Sie bräuchten aber die Unterstützung der Bevölkerung des westafrikanischen Staates, um den Entführungen ein Ende zu bereiten. Er sprach sich erneut gegen die Zahlung von Lösegeld durch die Regierungen der Bundesstaaten aus: "Diese Banditen mit Geld und Fahrzeugen zu belohnen ist eine Politik mit Potenzial für verhängnisvolle Konsequenzen", so Buhari.

Bewaffnete Angreifer hatten am Freitag die Jangebe-Schule im Bundesstaat Zamfara im Nordwesten gestürmt und durch eine gleichzeitige Attacke auf einen Militärposten das Eingreifen von Sicherheitskräften verhindert. Jetzt wurden die 279 Schülerinnen freigelassen. Die genauen Hintergründe des Verbrechens sind noch unklar.

Terrormiliz Boko Haram verbreitet seit Jahren Angst und Schrecken

Nahezu sicher stecken die Terrormiliz Boko Haram und deren Splittergruppe ISWAP hinter dem Angriff. Seit Jahren terrorisieren beide Gruppen die Menschen im Nordosten Nigerias, verüben immer wieder Angriffe und Entführungen. Zudem kommt es auch in anderen Bundesstaaten zu derartigen Verbrechen durch kriminelle Banden und Terrorgruppen.

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Immer wieder Entführungen

People stand on an abandoned bridge in Zamfara, Nigeria February 27, 2021. REUTERS/Afolabi Sotunde
Besonders der Nordwsten Nigeriasist von großer Arnut geprägt.
© REUTERS, AFOLABI SOTUNDE, AS/PAC

Vor knapp zwei Monaten hatte Boko Haram im nördlich gelegenen Bundesstaat Katsina mehrere hundert Schulkinder entführt. Bereits 2014 hatten bewaffnete Mitglieder von Boko Haram aus einer Schule in Chibok 276 Mädchen entführt.

Die Tat hatte international für Entsetzen gesorgt und eine von Prominenten unterstützte Solidaritätskampagne ausgelöst. Noch immer werden trotz diverser Freilassungen viele der Mädchen vermisst.

UN-Flüchtlingshilfswerk schlägt Alarm

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) äußerte sich alarmiert über die zunehmende Gewalt in Nordwest-Nigeria, die immer mehr Menschen über die Grenze in den Nachbarstaat Niger fliehen lässt. Die oft ohne jegliche Habe geflohenen Menschen dort berichteten über Plünderungen, Morde und Geiselnahmen zum Erpressen von Lösegeld. In der Erklärung heißt es: "Bewaffnete Gruppen im Sahel und der Region um den Tschad-See befeuern eine der weltweit am schnellsten zunehmenden Flüchtlingskrisen."

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