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Wintereinbruch im Westen von Deutschland: Schon über 1.500 Unfälle

Wintereinbruch im Westen von Deutschland: Schon über 1.500 Unfälle

Viele Autofahrer noch mit Sommerreifen unterwegs

Der "Weiße Kurt" hat große Teile Deutschlands in eine Winterlandschaft verwandelt und im Westen für glatte Straßen und zahlreiche Flugausfälle gesorgt.

Über 100 Unfälle wegen Schnee-Chaos
Wintereinbruch im Westen von Deutschland: Die Straßen sind glatt und so kam es zu über 1.500 Unfällen.
dpa, Marcel Kusch

Am Frankfurter Flughafen wurden insgesamt 89 Starts und Landungen gestrichen, wie ein Sprecher des Airport-Betreibers Fraport sagte. Die Lufthansa nahm nach eigenen Angaben vorsorglich 39 Abflüge aus dem Programm, vorwiegend innerdeutsche und innereuropäische Verbindungen etwa nach London, Brüssel und Paris. Mindestens 6.100 Passagiere seien betroffen gewesen, sagte ein Sprecher.

Der Betrieb am Düsseldorfer Flughafen war durch Schneefall am zeitweise lahmgelegt. Im Laufe des Tages normalisierte sich der Betrieb wieder. "Wir mussten einige Maschinen nach Hannover umleiten, weil Köln ja ebenfalls eingeschneit war", sagte Sprecher Thomas Kötter.

Im Bahnverkehr bereitete der Wintereinbruch über Nordrhein-Westfalen vor allem Güterzügen Probleme. Dort gab es einige Ausfälle und Verspätungen, weil die Weichen auf den Strecken nicht beheizt waren, wie eine Sprecherin sagte.

Karambolagen ohne Ende

Auf den Straßen in NRW führte Tief "Kurt" zu Chaos. "Es ist wirklich Wahnsinn", sagte ein Polizeisprecher in Hagen. Mindestens vier Menschen wurden schwer verletzt. Die Landesleitstelle der Polizei in Duisburg sprach allerdings lediglich von leicht erhöhten Unfallzahlen. Zwischen 6.00 und 14.00 Uhr krachte es demnach in NRW 1.475 Mal. "Es liegt eindeutig an den Menschen", meinte ein Polizeisprecher: Man wundere sich, wie viele noch mit Sommerreifen unterwegs seien.

Wegen querstehender Lastwagen kam es auf mehreren Autobahnen zu Staus von bis zu 23 Kilometer Länge. Auf Straßen im Sauerland und in der Eifel krachte es bis zum Mittag jeweils rund 20 Mal - meist blieb es bei Blechschäden. In Rheinland-Pfalz zählten die Polizeistationen mindestens 30 Karambolagen. In Schleswig-Holsten krachte es auf der A7 zwischen Tarp und Schleswig innerhalb kurzer Zeit am Morgen gleich fünfmal, landesweit zählte die Polizei mehr als 45 Unfälle.