Wintereinbruch im Süden bringt Schneechaos

11. Oktober 2013 - 20:21 Uhr

Schulen und Kindergärten geschlossen

Es ist kalt geworden in Deutschland. In Teilen des Landes ist sogar schon der Winter eingebrochen – und hat direkt für Chaos gesorgt: Bäume stürzten auf Straßen und Stromleitungen, Schnee bedeckte Fahrbahnen und Fußwege. Am schlimmsten erwischte es den Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Wintereinbruch bringt Schneechaos
Erster Schnee löst in Süddeutschland ein Chaos auf den Straßen aus.
© dpa, Peter Kneffel

Unter der Last des nassen Schnees kippten viele noch laubtragende Bäume um. Es kam zu zahlreichen Verkehrsunfällen, die aber meist glimpflich ausgingen. In 12.000 Haushalten am Alpenrand fiel der Strom aus.

Nach stundenlangem Schneefall verfügte das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen am Morgen: Alle Schulen und Kindertagesstätten im Landkreis bleiben geschlossen. Die Behörde forderte alle Einwohner auf, zu Hause zu bleiben. Umstürzende Bäume gefährdeten Fußgänger und Autofahrer. Ein Polizeisprecher warnte Autofahrer davor, auf Nebenstraßen auszuweichen. Auch er empfahl, besser zu Hause zu bleiben. Gefahrguttransporter mussten auf Parkplätzen warten, bis die Straßenverhältnisse sich besserten.

In Tirol waren fast 30.000 Haushalte zeitweise ohne Strom. Durchschnittlich dauerte der Ausfall rund 40 Minuten, teilte die Tiroler Landesregierung mit.

Rekord: 35 Zentimeter Neuschnee gemessen

Neben der Region um Garmisch-Partenkirchen wurden vor allem die Bewohner in den Kreisen Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Starnberg vom Winter überrascht. Verdutzte Autofahrer mussten vor der Fahrt zur Arbeit ihre Fahrzeuge erst einmal von zentimeterhohem Schnee befreien oder die Ausfahrt freischaufeln.

Auf dem Hohen Peißenberg (oberbergischer Landkreis Weilheim-Schongau) gab es mit 35 Zentimetern den bisher höchsten gemessenen Neuschnee-Wert im September oder Oktober seit Beginn der Beobachtungen im Jahr 1800.

In der Südhälfte wird es außerhalb von Nebel zeitweise sonnig und trocken, erst am Sonntagnachmittag ziehen aus Südwesten wieder kurze Schauer auf. Im Norden bleibt es noch länger bewölkt oder trüb, der kräftige Regen zieht aber auch hier langsam ab. Dazu bleibt es weiterhin recht kühl – und auch zu Beginn der nächsten Woche ist kein goldener Oktober in Sicht.

Im Allgäu ist ein Autofahrer von einer mit Schneematsch bedeckten Straße abgekommen und mit seinem Wagen in einem Fluss gelandet. Der 32-Jährige konnte sich unverletzt auf das Autodach retten und wurde von einer Polizeistreife entdeckt. Er wurde schließlich mit einem Schlauchboot geborgen und mit Unterkühlung in eine Klinik gebracht.

Der Autofahrer war nahe Ruderatshofen mit seinem Fahrzeug von der Straße abgekommen und noch rund 60 Meter weit über eine schneebedeckte Wiese geschlittert, bevor der Wagen in der gut einen Meter tiefen Wertach landete. Das Auto sei noch etwa zehn Meter weit im Fluss getrieben, teilte die Polizei mit. Der Wagen wurde mit einem Kran aus dem Fluss gezogen.