Winter bedroht Leben vieler Flüchtlinge

© dpa, Ulas Yunus Tosun

28. Oktober 2014 - 10:45 Uhr

"Wir haben es hier mit einer Jahrhundert-Katastrophe zu tun"

Millionen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak stehen wegen des näher rückenden Winters vor einer dramatischen Situation. Darauf haben das UN-Kinderhilfswerk 'Unicef' und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hingewiesen.

"Wir haben es hier mit einer Jahrhundert-Katastrophe zu tun", warnte Müller und forderte mit Blick auf die bevorstehende Flüchtlingskonferenz in Berlin zusätzliche Unterstützung. "Es wird gestorben werden, wenn nicht sofort und entschieden und entschlossen zusätzlich geholfen wird." Christian Schneider, der Geschäftsführer von 'Unicef Deutschland', sprach von einem "Wettlauf gegen die Zeit".

An diesem Dienstag kommen in Berlin die Vertreter von 40 Staaten und Organisationen zusammen, um über den weiteren Umgang mit den Syrien-Flüchtlingen zu beraten. Müller sieht vor allem die Arabische Liga und die Europäische Union in der Pflicht. So machte sich der CSU-Politiker dafür stark, aus bestehenden EU-Töpfen kurzfristig eine Milliarde Euro bereitzustellen. "Das Geld ist da - man muss nur neue Prioritäten setzen."

Nach 'Unicef'-Angaben sind mittlerweile sieben Millionen Kinder und Jugendliche auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Syrien und vor der Terrormiliz IS.