Winnenden-Prozess: Neues Polizeivideo aufgetaucht

16. Februar 2016 - 9:44 Uhr

Der Stuttgarter Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden ist ins Stocken geraten. Weil ein neues Polizeivideo vom Tattag aufgetaucht ist, hat die Verteidigung eine Unterbrechung der Verhandlung bis Donnerstag durchgesetzt. Er müsse die Bilder zunächst mit seinem Mandanten besprechen, sagte Anwalt Hubert Gorka.

Der Leiter des Sondereinsatzkommandos hatte das erst kürzlich vom Innenministerium freigegebene Video mitgebracht. Es zeigt laut Gericht den Moment, in dem der Vater des Amokläufers am 11. März 2009 nach der Bluttat seines Sohnes mit der Polizei das Wohnhaus der Familie betritt.

Als erstes suchte der Vater dabei nach Polizeiangaben nach einer Pistole sowie der passenden Munition, die er unverschlossen im Schlafzimmer liegen hatte. Das Video zeigt auch, wie er im Tresor nachsah, um zu klären, ob sein Sohn eventuell weitere Waffen dabei hatte.

Mit der Pistole seines Vaters hatte Tim K. am 11. März 2009 seiner früheren Schule in Winnenden und auf der Flucht nach Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. Seit Mitte September steht der Vater des Amokläufers Tim K. vor Gericht. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Weil der Vater die Tatwaffe unverschlossen im Schlafzimmerschrank aufbewahrt hat, wurde der Amoklauf erst möglich. Dem Mann drohen bis zu fünf Jahre Haft.