Winnenden: Hinterbliebene erzürnt über Vater des Amokläufers

16. Februar 2016 - 9:44 Uhr

Der Vater des Amokläufers von Winnenden fehlte auch an diesem Prozesstag und die Lücke auf der Anklagebank ist für die Angehörigen der Opfer des Amoklaufs von Winnenden wie ein Schlag ins Gesicht. "Wir wollten das Unbegreifliche wenigstens ansatzweise begreifen", sagt der Vater einer ermordeten Schülerin und ringt um Fassung. Aber der angeklagte Unternehmer, mit dessen unverschlossen aufbewahrter Pistole sein Sohn den Amoklauf am 11. März 2009 verübte, hat sich dem Prozess seit dem 26. Oktober entzogen. Er meldete sich krank und das Gericht entschied anschließend, dass es auf seine Anwesenheit verzichte.

Schließlich bricht es aus dem Mann, dessen Tochter erschossen wurde, heraus: "Für mich ist es fast so, als hätte er die Morde selbst begangen." Denn der angeklagte Sportschütze habe schon Monate vor dem Amoklauf gewusst, dass sein Sohn psychisch labil ist. "Trotzdem hat er ihn zum Schießen ausgebildet." Aber zugleich zieht sich wie ein roter Faden durch die Schlussworte der Angehörigen das Credo: "Wir wollen keine Rache."