Winnenden: Entführungsopfer sagt aus

16. Februar 2016 - 9:42 Uhr

Im Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden hat ein überlebendes Opfer ausgesagt. Das Landgericht Stuttgart hörte den Mann, den der 17-jährige Tim K. auf seiner Flucht von Winnenden nach Wendlingen entführt hatte. Er sagte, er habe während der Fahrt ständig unter Todesangst gelitten. Die Angst sei umso größer gewesen, als Tim im Auto von seiner Mordtat an seiner früheren Schule in Winnenden berichtet habe.

Der 51-jährige Vater des Täters muss sich seit September vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Er hatte eine seiner Pistolen unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt. Mit dieser Waffe erschoss sein Sohn am 11. März 2009 an seiner früheren Schule in Winnenden und auf der Flucht nach Wendlingen 15 Menschen und sich selbst. Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das Waffengesetz. Das Gericht hatte jedoch schon zu Beginn des Prozesses auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung als möglich bezeichnet.