Dank der Paarungszeit kriechen sie jetzt wieder aus ihren Löchern

Winkelspinnen: Wo verstecken sie sich, und können sie einem ins Gesicht springen?

18. September 2019 - 12:43 Uhr

Alle Jahre wieder...

Jetzt, da der Herbst langsam aber sicher Einzug hält, gibt es in vielen Wohnungen ein Wiedersehen mit einem ungebetenen Gast: der Winkelspinne. Wenn Sie aus der Nachbarwohnung also jetzt wieder öfter einen kurzen, spitzen Schrei wahrnehmen, muss nicht unbedingt etwas Schlimmes passiert sein.

Ausnahmezustand für Spinnenphobiker

Nun hatten wir die "Tegenaria atrica" (Schwarze Dachspinne) gerade aus unserem Gedächtnis verdrängt, da ist sie auch schon wieder da. Sie stolziert mit ihren langen, behaarten Beinen durch oder besser über unsere vier Wände und versetzt so manchen Spinnenphobiker in den Ausnahmezustand.

Hieß es bis vor kurzem noch, die Winkelspinne würde es erst jetzt, wo es kälter wird, in die Häuser locken, behaupten Spinnen-Experten nun etwas, was viele gar nicht gerne lesen werden: Die Winkelspinne war niemals weg, sie hat es sich vielmehr in unseren Wohnungen gemütlich gemacht und mag es gar nicht, draußen zu sein. Doch warum sieht man sie dann nur zur kalten Jahreszeit? Weil es genau dann auf Partnersuche geht und Paarungszeit herrscht. Deshalb lässt sich der behaarte Dauergast öfter blicken als sonst.

Die gute Nachricht: Die Winkelspinne kann nicht springen. Sie rennt zwar unfassbar schnell, sie kann einem aber Gott sei Dank nicht ins Gesicht hüpfen. Laut Spinnenexperten kann sie theoretisch zwar beißen, es sei aber schier unmöglich, sie so aus der Ruhe zu bringen, dass sie wirklich zubeißt. Die Bisse sind aber völlig ungefährlich. Es kann lediglich zu einem leichten Juckreiz kommen.

Bitte niemals mit dem Staubsauger entsorgen!

Die Winkelspinne versteckt sich gerne. Deshalb sollten Sie Ihre Schränke und eventuell Kleidung auf Spinnen überprüfen. Die Winkelspinne ist in den Abend- und Nachtstunden aktiv, baut sich gerne trichterförmige Wohnröhren und wird mindestens zwei, manchmal auch bis zu sechs Jahre alt. Verlassene Nester von Winkelspinnen sollten Sie übrigens entfernen, sonst könnten neue unerwünschte Mitbewohner die Nester neu besiedeln.

Sollten Sie mal wieder einer Winkelspinne begegnen, und Sie wollen sie loswerden, dann machen Sie das besser nicht mit Ihrem Staubsauger. Abgesehen davon, dass die Spinnen dort ein äußerst qualvoller Tod erwartet – sie werden mit bis zu 140 km\h durch das Gerät geschleudert – können die Überreste der Tiere Gase entwickeln, die Allergien auslösen können. Am besten befördert man die Spinnen mit Glas und Papier nach draußen.

Winkelspinnen fressen Ungeziefer

Was aber oft vergessen wird: Eigentlich sind Spinnen sehr nützliche Tiere. Sie halten uns nämlich Ungeziefer wie Mücken, Asseln und Fliegen vom Hals, da diese auf ihrem täglichen Speiseplan stehen. Daher sollte man sich besser damit abfinden, dass man sich die Wohnung mit einem oder mehreren Achtbeinern teilt.

Zieht jedoch eine Dornfingerspinne ein, ist etwas mehr Vorsicht geboten. Sie ist wesentlich aggressiver und außerdem giftig. Wird sie gestört, kann sie zubeißen. Das ist nicht lebensgefährlich, kann aber ordentlich schmerzen. In unserem Artikel zur Dornfingerspinne erfahren Sie mehr zum Thema.

Ein weiterer Plagegeist, der immer häufiger in unsere Wohnungen einzieht: die Stinkwanze! Die macht ihrem Namen alle Ehre und sondert gerne einen unerträglichen Geruch ab, wenn sie sich bedroht fühlt. Hier verraten wir, wie man Stinkwanzen gestanklos wieder loswird!