2016 M11 3 - 12:16 Uhr

Präsidentschaftskandidat setzt auf Angst und Islam-Phobie

Der Endspurt des US-Wahlkampfs wird immer absurder: Nun wird auch Deutschland mit in die Schlammschlacht gezogen - allerdings ist es nicht das Deutschland, das Sie kennen.

"Willkommen im islamischen Staat Deutschland", heißt es im Video. Islamische Flaggen flattern am Brandenburger Tor und auf Schloss Neuschwanstein, der Kölner Dom ist eine Moschee, auf dem Oktoberfest gibt es keine Schweinshaxe und keinen Alkohol. Dieses absurde Video ist kein schlechter Scherz, nein es soll Donald Trump im Wahlkampf unterstützen. Die Botschaft: Amerika darf nicht enden wie Deutschland. Hatte Trump doch mehrfach Merkels Flüchtlingspolitik kritisiert. Veröffentlicht wurde das Video von der  gemeinnützig anerkannten konservativen Lobbyorganisation 'Secure America Now'.

Und so verlogen diese Wahkampfhilfe auch ist, Trump verspricht: "Mein Vertrag mit den amerikanischen Wählern beginnt mit dem Plan die Ehrlichkeit und Verantwortlichkeit der Regierung wieder herzustellen." Ehrlichkeit war jedoch das Erste, was in diesem Wahlkampf unter den Tisch fiel. Auch im Clinton Lager.

Neben der E-mail-Affäre belastet die Demokratin nun der Vorwurf, sie habe Fragen zu einem früheren TV-Duell schon vorher heimlich zugespielt bekommen. Da hilft nur Angriff und Clinton schießt sich im Wahlkampfendspurt auf Trumps frauen-verachtende Kommentare ein: "Jemand soll Präsident werden, der mehr als die Hälfte der Bewohner der USA beleidigt?"

Und dann noch das: Es sind Gerüchte im Umlauf, wonach der der russische Geheimdienst Trump mit einem Sex-Video erpressen soll. Gerüchte wohlgemerkt, aber um Fakten und Inhalte geht es in diesem Wahlkampf ja schon lange nur noch am Rande.