Williams muckt auf: "Mercedes hat Risse in der Rüstung"

Felipe Massa soll für Williams in der kommenden Saison endlich den lang ersehnten Sieg einfahren.
Felipe Massa soll für Williams in der kommenden Saison endlich den lang ersehnten Sieg einfahren.
© imago/LAT Photographic, imago sportfotodienst

19. Januar 2016 - 11:15 Uhr

Mercedes ist nicht unschlagbar - davon gehen zumindest die Verantwortlichen von Williams aus. "Mercedes hat Risse in seiner Rüstung. Es sind nicht viele, weil sie ein erstaunlich starkes Team sind, aber in einem solchen Fall müssen wir da sein", sagte Technikchef Pat Symonds der Nachrichtenagentur 'Reuters'.

In der vergangenen Saison hatte Mercedes die Konkurrenz nur bei drei Rennen durch eigene Fehler eingeladen, jedes Mal schnappte sich aber Ferrari in Person von Sebastian Vettel den Sieg. Und warum nicht Williams: "Wir haben definitiv zu viele operative Fehler gehabt, darüber gibt es keinen Zweifel", sagte Symonds und kündigte für 2016 an: "Ich kann nicht versprechen, dass wir fehlerlos sein werden, weil niemand dagegen immun ist, aber die Fehlerquote war zu hoch, und wir arbeiten hart daran, das zu verbessern."

Das Problem ist, dass man nur auf der Chassis-Seite einen Vorsprung auf die Silberpfeile herausarbeiten kann, denn das Motorenpaket bezieht der Traditionsrennstall von Mercedes. "Wenn sie ihre Motoren ein wenig härter fahren - wozu sie natürlich berechtigt sind - und das eine Zehntelsekunde bringt, dann müssen wir eben ein Auto bauen, dass ein Zehntel schneller ist, um auf gleichem Niveau zu sein", so Symonds, der optimistisch klingt: "Ich weiß, dass die Verbesserungen größer sind als im vergangenen Jahr."

Massa hofft, "bald siegen zu können"

Ins gleiche Horn stößt Felipe Massa, laut dem man schon in den letzten Jahren "kurz davor war", einen Sieg einzufahren. "Wir waren im vergangenen Jahr schon ein paar Mal auf dem Podium und im Jahr zuvor sogar noch öfter", erklärte der brasilianische Williams-Pilot bei 'Sky Sports F1': "Wir hoffen, dass wir auch bald siegen können und ein Auto haben werden, dass dazu fähig ist."

Klappen soll das mit einem Boliden, der nicht runderneuert, sondern nur weiterentwickelt wurde – das allerdings nicht zu knapp. "Es ist nur eine Weiterentwicklung, aber nach meiner Erfahrung die größte, die ich je gesehen habe. Man wird ein paar interessante Neuheiten in der Fronpartie und unter dem Chassis erkennen können. Es gibt ein paar sehr spannende Entwicklungen am Heck. Die Jungs im Windkanal haben diesmal unglaubliche Arbeit geleistet", so Chefingenieur Rob Smedley.

Von der WM wollen die Verantwortlichen (noch) nicht reden. "Für 2016 ist das noch ein wenig hoch gegriffen", sagte Smedley, Siege sollen es 2016 aber auf jeden Fall sein: "Unser Ziel ist es noch immer, uns stetig zu verbessern. Wir hatten 2014 ein gutes Jahr und auch in der vergangenen Saison. Wir nähern uns der Spitze und müssen uns einfach nur weiter verbessern. Es ist keine einfache Aufgabe, ein Formel-1-Rennen zu gewinnen. Aber wir geben weiterhin alles."