Wurstwaren-Lieferant im Visier

Listerien in Fleisch nachgewiesen: 2 Todes- und 37 Krankheitsfälle

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4. Oktober 2019 - 10:15 Uhr

Todesfälle auf Listerien zurückzuführen

Fleisch-Skandal in Hessen: Zwei Menschen sind ums Leben gekommen, nachdem sie Wurstwaren gegessen haben. Grund dafür sollen mit Listerien verseuchte Fleischprodukte sein. Das Robert-Koch-Institut habe einen "unmittelbaren Zusammenhang" festgestellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Tode durch Produkte der Fabrik "Wilke Wurstwaren" eingetreten sind, liege bei 99,6 Prozent.  Das Veterinäramt des Landkreises Waldeck-Frankenberg hat den Betrieb in Berndorf umgehend geschlossen. Eine weltweite Rückrufaktion wurde gestartet.

Weltweite Rückrufaktion gestartet

Zurückgerufen wurden alle Produkte mit Ausnahme von Vollkonserven, so Landrat Dr. Reinhard Kubat gegenüber der "Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine" (HNA). Es sei eine "logistische Herausforderung", da der Lieferant auch zahlreiche Länder außerhalb Europas beliefert. Betroffen sei die Pizzasalami und die Brühwurst aus der Fabrik.

Der erste Verdacht auf Listerien in den Produkten der Firma wurde schon im März geäußert. Zunächst sei nur ein interner Rückruf ins Leben gerufen worden, bis im Mai ein weiterer Vorfall entdeckt wurde. Die Geschäftsführung beschloss daraufhin, die Maschinen und Produktionsstätte zu reinigen. Doch das Problem blieb bestehen.

Listerien gefährlich für Risikogruppen

Bei gesunden Menschen würden Listerien lediglich grippeähnliche Symptome auslösen, so Dr. Martin Rintelen, Leiter des Gesundheitsamtes gegenüber HNA. Bei Risikogruppen wie Älteren, Schwangeren und Immungeschwächten könnten Listerien aber zum Tode führen.

Bei den Todesfällen handelt es sich laut Bericht um zwei ältere Menschen aus Hessen. 37 weitere Krankheitsfälle werden aktuell noch auf einen Zusammenhang mit Wilke-Produkten untersucht.