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Wilhelmshaven: Drei Jahre Haft für brutale Prügelattacke

Wilhelmshaven: Drei Jahre Haft für brutale Prügelattacke

Video der Tat im Netz verbreitet

Es ist eine verhältnismäßig hohe Jugendstrafe: Drei Jahre Haft lautet das Urteil gegen zwei 17-jährige Schläger in Oldenburg. Ihre Tat sorgte im Mai bundesweit für Entsetzen: Das Mädchen und der Junge überfielen in Wilhelmshaven gemeinsam eine 14-Jährige und traten selbst dann noch in ihr Gesicht, als das Mädchen bereits am Boden lag.

Drei Jahre Haft für brutale Prügelattacke
Schaulustige filmten die Tat ohne einzugreifen und dem Opfer zu helfen. Später luden sie das Video der Gewalttat bei Facebook hoch und verbreiteten es im Netz.

Besonders schockierend: Schaulustige filmten die Tat ohne einzugreifen und dem Opfer zu helfen. Später luden sie das Video der Gewalttat bei Facebook hoch und verbreiteten es im Netz.

Daraufhin verabredeten sich etwa 40 Jugendliche über soziale Netzwerke, um einen der Verdächtigen in seinem Haus aufzusuchen. Die Polizei musste die Versammlung auflösen, um Selbstjustiz zu verhindern. Das Opfer, das die Täter kannte, überlebte die Tat schwer verletzt und musste mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden.

Das Oldenburger Gericht befand die beiden Täter nun für schuldig, die 14-Jährige im Mai geschlagen und getreten haben. Eine Tötungsabsicht konnte ihnen jedoch nicht nachgewiesen werden. Angeklagt waren die beiden jugendlichen Schläger wegen versuchten Totschlags, verurteilt wurden sie nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Das angeklagte Mädchen wurde außerdem wegen Raubes verurteilt. Sie hatte dem Opfer nach der Gewalttat das Handy geklaut.

Beide Täter sind nach Angaben des Gerichtssprechers vorbestraft, aber nur der Junge wegen Gewaltdelikten. Im Fall des verurteilten Mädchens geht das Gericht aufgrund einer jugendpsychiatrischen Diagnose von einer verminderten Steuerungsfähigkeit aus.

Ermittlungen gegen filmende Zeugen

Die verhältnismäßig hohe Jugendstrafe sei wegen der massiven Gewalteinwirkung, die nur durch Zufall keine noch schwereren Folgen bei der Geschädigten bewirkten, gerechtfertigt, hieß es in der Urteilsverkündung. Denn nach Auffassung des Vorsitzenden Richters hätte die Prügelattacke durchaus lebensgefährlich für das Opfer sein können. Der Prozess gegen den Jungen und das Mädchen wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, weil beide Angeklagte und das Opfer noch minderjährig sind.

Gegen neun Zuschauer der brutalen Misshandlungen wurden unterdessen Ermittlungen eingeleitet. Oberstaatsanwältin Frauke Wilken sagte, es werde noch geprüft, ob sie sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar gemacht haben oder ob sie an der Tat beteiligt waren. Möglicherweise werde es weitere Anklagen geben.