14. Juni 2019 - 10:37 Uhr

Wilhelm Wieben stand von 1973 bis 1998 für die Tagesschau vor der Kamera

Wilhelm Wieben war ein Gesicht der Tagesschau von 1973 bis 1998. Er starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in Hamburg, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mitteilte. Der Tagesschau-Redaktion gehörte er schon einige Jahre als Off-Sprecher an, bevor er zu einem ihrer prominentesten Gesichter wurde. 1995 outete Schauspielerin Inge Meysel ihren engen Freund Wilhelm Wieben in einem "Stern"-Interview als homosexuell.

„Aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei“

Der gebürtige Dithmarscher, der später in Hamburg lebte, war auch Autor und Herausgeber verschiedener Bücher auf Plattdeutsch, er gab Lesungen und nahm Hörbücher auf. Nach seiner letzten Tagesschau blieb Wieben konsequent: "Es war für mich eine wunderschöne Berufszeit. Aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei", sagte er einmal. Da hatten ihn Musiker wie Falco ("Jeanny"), Udo Lindenberg ("Mein Ding") und die Band Fettes Brot ("Können diese Augen lügen") bereits in Songs verewigt.

Inge Meysel outete Wilhelm Wieben

Bildnummer: 58634067  Datum: 25.10.2012  Copyright: imago/Future ImageWilhelm Wieben, Udo Lindenberg Gala-Premiere der 5. Spielzeit vom Hansa Theater, Hamburg Foto:xgbrcix/xFuturexImage Kultur Theater People x0x xub 2012 hoch premiumd Moderator Sänge
Wilhelm Wieben an der Seite von Udo Lindenberg - im August 2012
© imago stock&people, imago

Für Schlagzeilen um ihn sorgte Schauspielerin Inge Meysel (1910-2004), als sie 1995 in einem "Stern"-Interview öffentlich seine Homosexualität ansprach: "Eigentlich habe ich nur schwule Freunde. Ich verreise zum Beispiel gerne mit Wilhelm Wieben", sagte Meysel.

Die Reaktionen danach seien einhellig positiv gewesen, erzählte Wieben später und erklärte: "Inzwischen habe ich eigentlich kein Verständnis dafür, wenn jemand aus seiner Homosexualität ein Geheimnis macht."