Tierisches Zusammentreffen

Wildunfälle nehmen im Herbst zu: So handeln Sie richtig

18. Oktober 2019 - 15:47 Uhr

Mit dem Herbst steigt auch wieder die Gefahr von Wildunfällen

Der Herbst ist da. Die Tage werden kürzer, es wird früher dunkel und die Zahl der Wildunfälle steigt. Jedes Jahr meldet das Statistische Bundesamt mehr als 200.000 Wildunfälle, allein im letzten Jahr verunglückten dabei 2.700 Menschen, 15 tödlich. Wir erklären, wie man sich bei Wildwechsel richtig verhält. Im Video zeigen wir Ihnen Maßnahmen, die bisher schon unternommen werden, um Wildunfälle zu vermeiden.

So verhalten Sie sich richtig, wenn ein Tier am Straßenrand steht

Vor allem in den frühen Morgenstunden und am Abend überqueren Rehe, Wildschweine und Hirsche die Landstraßen – besonders häufig in Waldabschnitten und an Feldrändern. Die Tiere gehen zudem zum Fressen dorthin, denn: "Da fallen jetzt Eicheln und Kastanien von den Bäumen und die stehen auf der Speisekarte von Wildtieren ganz oben", sagt Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung.

Wenn es im Herbst später hell und früher dunkel wird, kann das vermehrt mit der Zeit zusammenfallen, zu der wir mit dem Auto zur Arbeit fahren.

Das Problem: Wildtiere können nicht einschätzen, wie schnell Autos fahren und springen auch dann vor ein Fahrzeug, wenn es nur wenig entfernt ist. Der ADAC rät darum:

  • Fahren Sie sofort deutlich langsamer oder bremsen Sie sogar ganz ab, wenn Sie ein Tier am Straßenrand sehen.
  • Schalten Sie das Fernlicht aus. Dieses blendet das Tier, sodass es dann unter Umständen genau vor Ihrem Auto stehenbleibt.
  • Hupen Sie zusätzlich. In den meisten Fällen wird das Wild dadurch verscheucht.

So verhalten Sie sich bei einem Wildunfall richtig

Wenn der Zusammenstoß nicht mehr zu vermeiden ist, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Auf keinen Fall ausweichen. Die Gefahren für Sie selbst (zum Beispiel durch einen Baumaufprall) und den Gegenverkehr oder nachfolgenden Verkehr sind bei Ausweichmanövern in der Regel gefährlicher als der Zusammenstoß mit dem Wild.
  • Bremsen Sie darum möglichst stark ab und halten Sie das Lenkrad gut fest.
  • Schalten Sie nach einem Zusammenstoß die Warnblinkanlage ein, ziehen Sie die Warnweste an und sichern Sie die Unfallstelle ab. Das gilt auch für den Fall, wenn das Tier verletzt geflüchtet ist. Ganz wichtig: Bewahren Sie Ruhe!
  • Informieren Sie die Polizei unter der Rufnummer 110 und geben Sie Ihren genauen Standort durch. In vielen Bundesländern muss bei einem Wildunfall zusätzlich noch ein Jäger informiert werden. Das übernimmt in der Regel die Polizei. Der Jäger kann Ihnen auch eine Wildschadenbescheinigung für die Versicherung ausstellen.
  • Wenn Personen verletzt sind, wählen Sie zusätzlich die 112.
  • Totes Tier: Wenn möglich, ziehen Sie das tote Tier an den Randstreifen, damit keine Folgeunfälle passieren. Wegen eventueller Tollwutgefahr sollten sie es aber nicht mit bloßen Händen, sondern mit Handschuhen anfassen.
  • Verletztes Tier: Fassen sie das verletzte Tier nicht an, da es sich wehren könnte.
  • Warten Sie am Unfallort, bis die Polizei oder der Jäger da sind.

Das angefahrene Wild darf übrigens NICHT vom Unfallort entfernt werden. Wer dies tut, riskiert eine Anzeige wegen Wilderei. Dasselbe gilt auch für die Mitnahme verendeter Tiere für den eigenen Verzehr. Das darf nur der Jagdpächter.