Wild- und Rinderseuche erstmals nachgewiesen

22. August 2019 - 14:00 Uhr

Die Wild- und Rinderseuche ist erstmals in Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden. Die auch als "Hämorrhagische Septikämie" bezeichnete Seuche sei bei einem toten, etwa zwei Jahre alten Jungbullen aus dem Westerwald festgestellt worden, teilte das Landesuntersuchungsamt am Donnerstag in Koblenz mit. Die bakterielle Erkrankung sei für den Menschen ungefährlich, führe bei Nutz- und Wildtieren aber häufig zum plötzlichen Tod.

Auf der Weide des betroffenen Jungbullen seien innerhalb kürzester Zeit zwei andere Rinder mit Schwellungen des Kopfes gestorben. Landwirte müssten sich aber keine Sorgen machen, sagte ein Sprecher der Behörde. Das sei "kein Alarmsignal". Landwirte sollten ihre Rinder, Schweine und andere Tiere aber möglichst von Wildtieren fernhalten, über die die Seuche mutmaßlich übertragen wird.

Typische Anzeichen für eine Infektion sind nach Angaben des Landesuntersuchungsamt hohes Fieber, Atemnot, blutiger Durchfall sowie Flüssigkeitsansammlungen. Wenn Krankheitssymptome nach der Inkubationszeit von ein bis fünf Tagen bei einem Tier auftreten, sei oft keine Bekämpfung mehr möglich. Eine Behandlung mit Antibiotika sei nur in der Frühphase erfolgversprechend. In Deutschland gebe es keinen zugelassenen Impfstoff, da die Seuche wegen der hohen seuchenhygienischen Standards im Land als ausgerottet gilt. Seit 2010 werde die Wild- und Rinderseuche aber wieder in verschiedenen Bundesländern nachgewiesen.

Quelle: DPA