Wikileaks: US-Botschafter zum Rapport

© dpa, Peter Endig

13. Dezember 2010 - 19:32 Uhr

Erklärung vor Auswärtigem Ausschuss

Der US-Botschafter in Deutschland, Philip Murphy, wird nach einem Bericht der 'Rheinischen Post' am kommenden Mittwoch im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages zu den bei Wikileaks veröffentlichten US-Diplomatendepeschen Stellung nehmen. Murphy werde auf Einladung der deutsch-amerikanischen Parlamentariergruppe vor rund 100 Abgeordneten reden, erfuhr das Blatt aus Botschaftskreisen. Murphy war in die Kritik geraten, nachdem die Internet-Plattform Wikileaks 250.000 teils geheime US-Diplomatenberichte veröffentlicht hatte, in denen sich die Amerikaner auch kritisch über deutsche Politiker geäußert hatten.

Die Niederlande haben derweil einen Anhänger der Enthüllungsplattform festgenommen, der einen Hacker-Angriff auf die Internetseiten von MasterCard und Visa gestartet haben soll. Der 16-jährige Jugendliche habe bereits gestanden, teilten die Behörden mit. Der Jugendliche soll noch bis zu weiteren 13 Tage in Untersuchungshaft bleiben und vernommen werden, entschied ein Richter in Rotterdam.

Bei der Festnahme seien auch Computer und Daten beschlagnahmt worden. Der junge Mann sei vermutlich Mitglied einer größeren Gruppe von Hackern, die über das Internet Unternehmen angegriffen haben, die sich von WikiLeaks distanziert haben. Einige Aktivisten riefen zu Attacken auf Internetseiten der niederländischen Regierung auf, um gegen die Verhaftung zu demonstrieren.

Kreditkartenfirmen lahmgelegt

Nach der Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange hatten Internet-Aktivisten in den vergangenen Tagen Websites von Unternehmen lahmgelegt, die Geschäftsbeziehungen zu der Enthüllungsplattform abgebrochen hatten. Am Mittwoch traf es die Kreditkarten-Firmen Mastercard und Visa, deren Websites zeitweise nicht erreichbar waren. Auch der Zahlungsdienstleister PayPal wurde Ziel von Angriffen. Später wurde auch die die Homepage des Internet-Bezahldienstes Moneybookers kurzzeitig lahmgelegt.

Assange wies jede Beteiligung an den Angriffen auf die Websites der US-Firmen Mastercard, Visa und PayPal zurück. Seine Anwältin Jennifer Robinson sorgt sich inzwischen darum, dass der Wikileaks-Gründer in die USA ausgeliefert und dort nach einem Anti-Spionagegesetz aus dem ersten Weltkrieg angeklagt werden könnte. "Das Gesetz trifft auf Mr. Assange nicht zu", sagte Robinson dem US-Sender 'ABCnews'.