Wiesn-Millionäre, Maß-Betrug und große Brüste: Welche Oktoberfest-Mythen stimmen?

19. September 2016 - 11:43 Uhr

Gehen auf dem Oktoberfest wirklich mehr Menschen fremd?

Das Münchener Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt. Klar, dass sich um die traditionsreiche Wiesn so einige Mythen ranken. Doch welche Geschichten stimmen tatsächlich? Gehen Männer auf dem Oktoberfest öfter fremd und sind alle Wiesn-Wirte Millionäre? Sind Asiaten tatsächlich schneller betrunken? Sorgt der Konsum von Wiesn-Bier für eine größere Oberweite? Wir sind diesen und anderen Fragen auf den Grund gegangen!

Ist die Maß halb voll oder halb leer?

Mythos Nr. 1: Auf dem Oktoberfest gehen besonderes viele Männer fremd
Diesen Sex-Mythos kennt wohl jeder. Doch wer lässt sich eher auf einen heißen Flirt ein - Mann oder Frau? Mit zwei Lockvögeln haben wir den Test gemacht. Und tatsächlich gehen deutlich mehr Männer auf das unanständige Angebot des weiblichen Lockvogels in Tracht ein. An diesem Mythos ist also etwas dran!

Mythos Nr. 2: Bierkrüge werden in Festzelten nicht ganz voll gemacht
​Stimmt dieser Maß-Mythos? Bei einem Preis von bis zu 11,50 Euro pro Maß wären nicht korrekt eingeschenkte Biere natürlich eine Frechheit. Doch wann genau ist ein Bierkrug eigentlich voll? Jan-Ulrich Bittlinger vom "Verein gegen betrügerisches Einschenken" erklärt: "Wenn das Bier eine Zeigefingerbreite unter dem Eichstrich beginnt, dann ist die Maß ordentlich eingeschenkt." Bittlinger weiß, dass mittlerweile auch die Bedienungen angewiesen sind, nur noch volle Bierkrüge an der Schänke abzuholen. Der Bier-Betrug ist daher in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Und wenn doch mal etwas zu wenig in der Maß ist? "Einfach darum bitten, etwas nachzuschenken", sagt Thomas Roiderer, Wirt des "Hacker Zelts2. Der Maß-Mythos? Im Großen und Ganzen widerlegt!

Auf der Wiesn fließt nicht nur viel Bier, sondern auch viel Geld

Eine Maß wird auf der Münchner Wiesn eingeschenkt.
Wird auf den Wiesn korrekt eingeschenkt? Es gilt: ein Zeigefinger unterm Eichstrich, dann ist korrekt eingeschenkt.
© RTL, infoNetwork

Mythos Nr. 3: Alle Wiesn-Wirte sind Millionäre
Die Vermutung liegt durchaus nahe, denn Millionen Menschen lassen es auf dem Oktoberfest richtig krachen - und das kostet viel Geld. Wer nur für ein Wochenende oder für einen Tag in München ist, achtet dann nicht unbedingt auf das Geld und lässt beim Feiern auch mal Fünfe gerade sein. Doch Thomas Roiderer macht auf die harte Arbeit der Festzeltbetreiber aufmerksam: "Sie sehen nicht, was der Aufbau des Zelts kostet, was die Wachmannschaft kostet, was das übrige Personal kostet. Und Sie sehen nicht, welche Arbeit dahinter steckt. Wir arbeiten für die Wiesn elf Monate im Jahr." Das mag schon sein, ein gutes Geschäft machen die Wirte aber allemal. Der Millionär-Mythos lässt sich damit nicht belegen, ist mit Sicherheit aber auch nicht zu widerlegen.

Mythos Nr. 4: Man muss überall lange anstehen
​Wenn ein Festzelt voll ist, sodass der Türsteher keinen Einlass gewährt, nicht gleich verzweifeln. Es gibt genügend Zelte auf der Wiesen und jedes hat einen Hintereingang. Alleine oder zu zweit kann man gut und schnell durch den kleineren Eingang kommen. Und wer auf Nummer sicher gehen will, der sollte am besten früh morgens kommen und unter der Woche. Mythos Nummer 4 stimmt also nicht.​

Größere Brüste durch Wiesn-Bier?

Damen auf dem Oktober-Fest
Größere Brüste durch ordentlichen Wiesn-Bier-Konsum? Diese beiden von uns befragten Damen wären nicht abgeneigt!
© RTL, infoNetwork

Mythos Nr. 5: Asiaten sind schneller betrunken
Wir machen den Test mit einem Portugiesen, einem Münchner, einem Rostocker und einem Chinesen. Die Probanden müssen alle eine Maß trinken und dann auf einer Linie gehen und einen Geschicklichkeitstest absolvieren. Anschließend wird der Promillewert gemessen. Und tatsächlich, während fast alle Testpersonen noch gut auf einer geraden Linie gehen können, zeigt sich der Chinese schnell stark angeschlagen. Auch beim Geschicklichkeitstest versagt er. Obwohl er mit 1,13 Promille den gleichen Wert zeigt, wie der junge Mann aus München. Am wenigsten Promille hatte mit 0,66 der Mann aus Rostock. Er war auch der einzige, der beim Geschicklichkeitstest noch punkten konnte. "Bei Asiaten", so Allgemeinmediziner Dr. Marc Bielenberg, "kommt es gehäuft vor, dass Enzyme zum Alkoholabbau zu wenig in der Leber gebildet werden." Mit anderen Worten: Sie sind schneller betrunken! Mythos bestätigt.

Mythos Nr. 6: Wiesn-Bier macht große Brüste
​Ein neuer Mythos besagt, dass Frau von ein paar Maß Wiesn-Bier auch eine prallere Oberweite bekommt. Was sagt der Arzt dazu? "Im Bier ist Hopfen enthalten und Hopfen hat als Bestandteil das Hopein. Und das hat eine östrogene Wirkung", sagt Bielenberg. Ob das wirklich reicht, um größere Brüste zu bekommen? Die ganze Wahrheit erfahren Sie in unserem Videobeitrag!

Fazit: Nicht alle Geschichten, die sich um das Oktoberfest ranken, sind wahr - doch an der ein oder anderen Bierweisheit ist mit Sicherheit etwas dran.