Stuhlgang soll helfen

Wiesbaden untersucht Abwasser auf Corona-Viren

Coronavirus - Mutationen
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© dpa, Sebastian Gollnow, scg bwe abl

14. April 2021 - 9:59 Uhr

Corona-Infektionen früh erkennen

Für insgesamt sieben Wochen soll das Abwasser der Wiesbadener Kläranlagen auf Corona-Viren untersucht werden. Das Ziel: Corona- Infektionen frühzeitig erkennen und so ein Warnsystem zu entwickeln, ganz unabhängig der üblichen Corona-Tests für Zuhause oder in den Testzentren.

Bürgermeister "freut sich sehr"

Ab Ende April sollen wöchentlich Proben der städtischen Kläranlagen in Wiesbaden entnommen und auf die Anzahl vorhandener SARS-CoV-2-Viren überprüft werden. "Ich freue mich sehr, dass wir diese Untersuchungen und Auswertung nun in Auftrag geben können. Durch regelmäßige Abwasserproben können wir das Infektionsgeschehen unabhängig von Testangeboten und der Testbereitschaft der Bevölkerung gut einschätzen. Zusätzlich erhalten wir weitere Erkenntnisse über die tatsächliche Verbreitung der kritischen Virusvarianten im Stadtgebiet", so Bürgermeister und Gesundheitsdezernent Dr. Oliver Franz.

Geringe Virendosis reicht aus, um Infektion nachzuweisen

Vorteil der Abwasserproben: Auch Virusreste und eine geringe Virusmenge von asymptomatischen Personen, die sich gegebenenfalls während der unerkannten Infektion nicht haben testen lassen, werden überprüft. In den täglichen Fallzahlen werden diese Fälle nicht erfasst, da die Statistik auf PCR-Testergebnissen basiert.

Zudem sind die Abwasser-Ergebnisse unabhängig von Testverfügbarkeiten, sodass auch nach Feiertagen, an denen die Testungen erfahrungsgemäß zurückgehen, verwertbare Daten geliefert werden.

Die entnommenen Proben können deshalb als Warnsystem dienen und einen Anstieg der Corona-Infektionen und der Virusvarianten frühzeitig erkennen. Auch Forscher der TU-Darmstadt setzten bereits auf die Methode.

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