Regierung verkündet Voll-Lockdown

Österreich macht bis zum 6. Dezember dicht

Corona-Krise in Österreich
Corona-Krise in Österreich
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16. November 2020 - 10:05 Uhr

Voll-Lockdown in Österreich schon ab Dienstag

Österreich geht am Dienstag zum zweiten Mal in der Corona-Krise für drei Wochen in den sogenannten Lockdown. Die Regierung um Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verkündete die Maßnahmen bei einer Pressekonferenz in Wien. Geschäfte und Schulen müssen dann schließen, das Verlassen des privaten Wohnraums ist nur aus triftigen Gründen wie Grundbedürfnissen, der Arbeit, der Hilfe etwa für Angehörige und zur Erholung im Freien erlaubt.

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"Jeder soziale Kontakt ist einer zu viel“

"Auch wenn sich niemand einen zweiten Lockdown wünscht, so ist der zweite Lockdown das einzige Mittel, von dem wir verlässlich wissen, dass es funktioniert", sagte Kurz. Die Beschränkungen gelten ab Dienstag, 0.00 Uhr, und bis zum 6. Dezember. Die Ausgangsregeln müssen alle zehn Tage vom Hauptausschuss des Parlaments neu genehmigt werden.

Offen bleiben Geschäfte für die Deckung des täglichen Bedarfs, etwa Supermärkte, Drogerien, Apotheken und Banken. Schulen stellen auf Fernunterricht um und bieten wie auch Kindergärten Betreuung bei Bedarf. Private Treffen sind auf einzelne engste Angehörige oder Bezugspersonen beschränkt. "Meine eindringliche Bitte für die nächsten Wochen ist: Treffen sie niemanden! Jeder soziale Kontakt ist einer zu viel", sagte Kurz. Das Ziel sei, am 7. Dezember Schulen und Handel wieder öffnen zu können.

Teil-Lockdown in Österreich seit Anfang November

Seit dem 3. November gilt in Österreich bereis ein Teil-Lockdown. Gastronomie, Tourismus, Kulturbetrieb und Freizeiteinrichtungen sind zum allergrößten Teil geschlossen. Der Handel, Dienstleister und Schulen mit Ausnahme der Oberstufe blieben zunächst geöffnet - "vorerst", wie Kurz damals betont hatte. Zudem gelten Ausgangsbeschränkungen von 20 bis 6 Uhr, die das Verlassen des "eigenen privaten Wohnraums" nur etwa für Grundbedürfnisse sowie zur Erholung im Freien zulassen.

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Corona-Neuinfektionen stiegen ungebremst in die Höhe

Die Infektionszahlen stiegen seit Einführung der Maßnahmen allerdings so gut wie ungebremst weiter. Die Corona-Kommission der Regierung empfiehlt weitere Maßnahmen, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern. Der Schnitt von Neuansteckungen in den vergangenen sieben Tagen lag am Freitag österreichweit bei 554,2 Fällen pro 100.000 Einwohner, regional aber bei bis zu 850. Am Freitag lagen 3922 Covid-19-Erkrankte im Krankenhaus, 567 von ihnen in Intensivbetten - ein zunehmend kritischer Wert für das österreichische Gesundheitssystem.

In den aktuell am stärksten betroffenen Ländern Vorarlberg und Oberösterreich kommen Intensivstationen schon an ihre Grenzen. Von den Vorarlberger Krankenhäusern hieß es am Freitag, man konzentriere sich nur noch auf Notfallmedizin und die Versorgung von Covid-19-Patienten, eine Triage - Auswahl von Patienten - in den kommenden Tagen sei nicht auszuschließen. Von 63 Intensivbetten seien 46 belegt, 35 davon mit Covid-19-Patienten. Auch andere Teile Österreichs verschieben mittlerweile nicht unbedingt nötige oder dringende Operationen.

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