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Wieder Tote bei Brand in Textilfabrik in Bangladesch

Wieder Tote bei Brand in Textilfabrik in Bangladesch

Erneuter Brand nach dem verheerenden Fabrikeinsturz mit fast 1.000 Toten

Schon wieder hat es in einer Textilfabrik in Bangladesch gebrannt. Zwei Wochen nach dem verheerenden Fabrikeinsturz hat ein Feuer ein anderes Textilunternehmen in der Hauptstadt Dhaka zerstört. Mindestens acht Menschen wurden getötet, sechs weitere verletzt. Der sei vermutlich wegen eines Kurzschlusses ausgebrochen. Die Flammen waren nach zwei Stunden gelöscht.

Wieder Tote bei Brand in Textilfabrik in Bangladesch
Nach dem Fabrikeinsturz in Bangladesch läuft die Suche nach Verschütteten weiter.
REUTERS, ANDREW BIRAJ

Nach Angaben der Polizei brach das Feuer erst aus, als ein Großteil der Belegschaft das Gebäude bereits verlassen hatte. Unter den Toten waren daher offenbar keine Fabrikarbeiter. Zu den Opfern zählen der Besitzer der Fabrik, vier seiner Mitarbeiter sowie zwei Polizisten. In dem betroffenen Unternehmen werde hauptsächlich Kleidung für den Export gefertigt.

Das Feuer reiht sich in eine Katastrophe von mehreren Bränden und Fabrikeinstürzen in Bangladesch ein. Am 24. April war ein achtstöckiges Gebäude in Savar eingestürzt. Gut zwei Wochen nach dem Fabrikeinsturz, in dem sich auch mehrere Textilunternehmen befanden, ist die Zahl der Toten auf fast 1.000 gestiegen. Die Einsatzkräfte fanden unter den Trümmern noch einmal mehr als 100 Leichen. Damit liege die Zahl der Opfer bei 948, sagte ein Sprecher des Zentrums für Katastrophenmanagement. Weitere Tote würden noch im Schuttberg vermutet, der in einigen Tagen abgetragen sein soll."Das Rettungsteam wird hoffentlich in zwei bis drei Tagen den ganzen Schutt vom Grundstück geräumt haben", sagte Major Hassan Suhrawardy, der die Arbeiten überwacht.

Deutscher Textildiscounter Kik produzierte in eingestürztem Gebäude

Soldaten, Feuerwehrleute und Freiwillige suchen mit Spürhunden, Kameras, Kränen und Baggern nach Leichen an der Unglücksstelle in Savar. Auch europäische Firmen hatten in dem achtstöckigen Gebäude produzieren lassen - unter ihnen der deutsche Textildiscounter Kik. Das Unternehmen räumte den Bezug von Kleidung aus dem eingestürzten Fabrikgebäude bis kurz vor der Katastrophe ein. Nach Medienberichten über Funde von Kik-Kleidung in den Trümmern erklärte die Handelskette, dass ein Importeur des Unternehmens bis Anfang des Jahres dort produziert habe. "Die Textilfunde stammen aus dieser Zeit", erläuterte das Unternehmen zu einem Bericht des NDR-Magazins 'Panorama'. Das hätten Nachforschungen ergeben.

Auch das Unternehmen Benetton hatte in dem Gebäude produziert. Etwa 200.000 Benetton-Hemden seien von der Firma New Wave Company hergestellt worden, räumte der Chef des italienischen Modeunternehmens, Biagio Chiarolanza, gegenüber der 'Huffington Post' ein. Die Firma Benetton hatte zunächst bestritten, dass sie dort Kleidung produzieren ließ. Dann waren aber Fotos aufgetaucht, die Hemden mit Benetton-Label in den Trümmern zeigten.

Mehr als 2.400 Menschen wurden bei dem Fabrikeinsturz verletzt. Die Behörden in Bangladesch ließen derweil 18 gefährdete Fabriken schließen, den Großteil davon in der Hauptstadt Dhaka. Weitere Produktionsstätten müssten den Betrieb einstellen, wenn sie als riskant eingestuft würden, sagte Textilminister Abdul Latif Siddiqui.

Zuvor war ein Ausschuss gegründet worden, der binnen drei Monaten der Regierung Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitsstandards in den Textilfabriken des Landes präsentieren soll. Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Niedriglohnlandes Bangladesch, sie macht 79 Prozent der Exporteinnahmen aus.