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Große Unterschiede zwischen Parteien

Wieder reine Männersache? Berliner Studie: Weniger Frauen in der Politik

Frauenquote
Frauenquote
© dpa, Oliver Berg

25. Juni 2020 - 15:21 Uhr

Frauen noch deutlich unterrepräsentiert

Erst vor zwei Jahren feierte das Frauenwahlrecht in Deutschland 100-jähriges Jubiläum. Doch laut der neuen Studie "Frauen Macht Berlin!" von der Friedrich-Ebert-Stiftung gibt es in der Politik noch deutlich Luft nach oben: Frauen sind in politischen Ämtern noch deutlich unterrepräsentiert. Die Autorinnen Dr. Helga Lukoschat und Paula Schweers analysierten dafür unter anderem die Entwicklung der Frauen- und Männerquote im Berliner Abgeordnetenhaus. Dort sank die Zahl der Frauen zuletzt zwei Mal in Folge.

Zu wenig Frauen in den Kommunen vertreten

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bislang besonders in der Kommunalpolitik zu wenig Frauen vertreten sind. Aktuell wird nur jedes zehnte Rathaus von einer Bürgermeisterin geführt. Der Frauenanteil in östlichen Kommunen überwiegt dabei. So gibt es in den neuen Bundesländern in jeder vierten Stadt eine Bürgermeisterin, in westlichen Städten nur in jeder zehnten.

Ausgeglichener ist das Verhältnis von Mann und Frau in Bund und Ländern, wo circa 40 Prozent Frauen eine Führungsposition besetzen.

Große Unterschiede zwischen den Parteien

Einen enormen Unterschied des Frauenanteils verzeichneten die Autorinnen auch zwischen den Parteien. So sind bei Grünen, Linken und der SPD, Männer und Frauen durch interne Quotenregelungen fast gleich vertreten.

Die AfD bildet mit elf Prozent das Schlusslicht. Mit ihrem Eintritt in Landespolitik wird unter anderem der Rückgang der Frauenquote begründet. So fiel nach den letzten Wahlen in Brandenburg der Frauenanteil von 40 auf 32 Prozent - in Sachsen-Anhalt von 32 auf 22 Prozent.

Autorinnen fordern Paritätsgesetz

"Um die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Berliner Politik zu erreichen, sind gesetzliche Vorgaben nötig", fordern die Autorinnen Dr. Helga Lukoschat und Paula Schweers. Ein Paritätsgesetz soll langfristig die Ungleichheit in der deutschen Politik verhindern.

Auch die rot-rot-grüne Berliner Koalition fordert so eine Regelung. Bislang gilt ein solches Gesetz nur in Brandenburg und Thüringen. Das Paritätsgesetz gilt auf verfassungsrechtlicher Ebene als umstritten.

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