Wieder Korrespondenten in China festgenommen

Deutsche Reporter wurden in Peking festgenommen, weil sie über Proteste berichten wollten. (Foto: Archiv)
© dpa, A2800 epa Michael Reynolds

07. März 2011 - 16:44 Uhr

"Wir werden in einer Art Untergrundbunker festgehalten"

Bei einem erneuten massiven Polizeieinsatz gegen Proteste in mehreren chinesischen Städten sind in Shanghai wieder mehr als ein Dutzend ausländische Journalisten festgenommen worden. Unter ihnen war auch der China-Korrespondent des deutschen Magazins 'Stern', Janis Vouioukas.

Zusammen mit einem spanischen Journalisten und einem guten Dutzend anderen, meist japanischen Kollegen wurden sie auf eine vorübergehend eingerichtete Polizeistation in der Nähe gebracht, wie Vouioukas berichtete. "Wir werden hier in einer Art Untergrundbunker festgehalten und dürfen nicht weg." Nach drei Stunden in Polizeigewalt wurde er gemeinsam mit dem spanischen Kollegen freigelassen.

Ihnen wurde vorgeworfen, gegen Vorschriften verstoßen zu haben, berichteten sie anschließend. Die Polizei habe sie belehrt, dass sie eine Genehmigung einholen müssten, bevor sie zur Berichterstattung kommen könnten.

Hunderte Menschen bei 'Jasmin-Protesten'

In der Hafenstadt waren nach Vouioukas' Angaben rund hundert Menschen dem Aufruf unbekannter Organisationen zu 'Jasmin-Protesten' am Peace Cinema gefolgt. Die Behörden hatten ausländische Korrespondenten ausdrücklich davor gewarnt, in die Gegend um das Kino zu gehen, wo bereits vergangenen Sonntag einige hundert Menschen erschienen waren.

In der Hauptstadt Peking sicherte ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften die beiden großen Einkaufsstraßen Wangfujing und Xidan in der Innenstadt nicht weit von der Großen Halle des Volkes, wo der Volkskongress seit Samstag seine Jahrestagung abhält.