Wieder ist eine große Motorrad-Demo in München geplant

Motorradfahrer bei der Demonstration Anfang Juli in München. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild
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24. Juli 2020 - 20:00 Uhr

Wenige Wochen nach der Großdemonstration Zehntausender Motorradfahrer in München planen die Veranstalter erneut eine Kundgebung in der Landeshauptstadt. Es gebe vonseiten der Bayerischen Staatsregierung noch immer keine Gesprächsbereitschaft, begründeten sie den Schritt am Freitagabend. Lediglich mit "populistischen Sprüchen in den sozialen Medien" habe sich die Staatsregierung zu Wort gemeldet, "um Stimmen zu fangen", sagte Organisator Gabor Kovacs. Die Demonstration soll am Samstag, 15. August, auf dem Mittleren Ring stattfinden, einer der wichtigsten Routen der Landeshauptstadt.

Zwar war die letzte Biker-Demo in München Anfang Juli von den Behörden untersagt worden. Trotzdem fuhren nach Veranstalterangaben mehr als 20.000 Motorradfahrer über den Mittleren Ring und Teile der Innenstadt. Damals hieß es von der Polizei: Versammlungsrechtlich könne man den Bikern nichts vorwerfen. Das Ganze habe nicht den Charakter einer Kundgebung gehabt.

In den vergangenen Wochen hatte es bundesweit immer wieder Kundgebungen von Motorradfahrern gegeben, am vergangenen Wochenende erst in Nürnberg. Grund ist ein Beschluss des Bundesrates, der die Bundesregierung zur Umsetzung von zeitlich befristeten Einschränkungen auffordert, mit denen der Motorradlärm etwa in beliebten Ausflugsgegenden reduziert werden soll.

Für die geplante Aktion Mitte August rechnet Kovacs wieder mit vielen Tausend Bikern. Allerdings sagte er: "Lieber weniger, die für die Sache sind als 30.000, die nur Party machen". Eine konkrete Teilnehmerzahl habe er dem Kreisverwaltungsreferat noch nicht genannt, er wolle abwarten und seriös abschätzen, wie viele tatsächlich zu erwarten sind. Beim letzten Mal hatte er 6000 Teilnehmer angemeldet.

Die Staatsregierung hatte sich kurz nach der großen Demo in der Landeshauptstadt hinter die Biker gestellt und CSU-Widerstand gegen Fahrverbote angekündigt. Mit ihren Protesten würden die Biker "bei uns sozusagen in Bayern bei der Staatsregierung offene Türen einfahren", sagte etwa Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU).

Doch passiert ist aus Sicht der Motorrad-Aktivisten wenig, sie fordern konkrete Gespräche mit Vertretern der Staatsregierung. Besonders gestört hat Kovacs die Aussage von Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU), wonach es keinen Motorradbeauftragen der Staatsregierung brauche, da die Anliegen der Biker "bereits jetzt in besten Händen" seien. Kovacs entgegnete: "Wessen Hände das sein sollen, konnte sie auf Nachfrage nicht erklären."

Quelle: DPA