Wieder Facebook-Ärger: Konzern sammelt Android-Telefondaten

Hat Facebook ohne Einwilligung Telefondaten von Android-Smartphones gespeichert?
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27. März 2018 - 10:16 Uhr

Neue Vorwürfe gegen Facebook

Facebook kommt nicht zur Ruhe und scheint von einem Skandal in den nächsten zu stolpern. Gerade erst haben Firmenvertreter in Berlin bei Justizministerin Katarina Barley Besserung gelobt, da droht erneut Daten-Ärger für das soziale Netzwerk. Nach dem Datenskandal um die Analysefirma Cambridge Analytica, könnten nun die Anschuldigungen eines Neuseeländers für Probleme sorgen. Dylan McKay behauptet, eine Facebook-App habe ohne sein Wissen Telefondaten gesammelt.

McKay postet Screenshots von Android-Smartphones als Beweis

Zwei Jahre lang hätten Facebook-Anwendungen auf seinem Android-Smartphone Telefonverbindungsdaten gesammelt, behauptet McKay auf Twitter. Er unterstreicht seine Anschuldigungen mit Screenshots, die eine Auflistung der Daten zeigen sollen. Facebook habe neben normalen Verlaufsdaten auch seine Anrufhistorie und SMS über einen Zeitraum von zwei Jahren gespeichert - ohne sein Wissen. Auch andere Nutzer sollen ähnliche Spuren beim Download ihrer Daten entdeckt haben. Einsehbar sind die Facebook-Informationen auf einer eigenen Seite.

Zustimmung standardmäßig aktiviert?

Facebook wies die Anschuldigungen zurück. In einem Blogeintrag heißt es, man schneide derartige Informationen nicht ohne die Erlaubnis des Nutzers mit. Es handle sich um eine freiwillige Speicherfunktion. Doch genau das bezweifelt das US-Technikmagazin 'Ars Technica'. Auch bei anderen Usern seien über Jahre hinweg Uhrzeiten und Kontakte aller Anrufe und SMS gespeichert worden. Die Zustimmung der Nutzer sei jedoch standardmäßig aktiviert gewesen. Je nach Version hätten die Anwendungen also ohne das Wissen der User Daten gesammelt und gespeichert.

Bei den aktuellen Versionen vom 'Messenger' und dem 'Messenger Lite' können Nutzer tatsächlich aktiv über die "laufende Synchronisierung" entscheiden. Das Sammeln von Anrufprotokollen kann dort in den Einstellungen ausgeschaltet werden. Auf einer anderen Hilfeseite bietet Facebook außerdem an, bisherige Kontaktdaten zu löschen. Doch sollten Nutzer wirklich lange im Unklaren über diese Funktionen gewesen sein, droht dem sozialen Netzwerk erneut Ärger.