Schüler wie vom Erdboden verschluckt

Bewaffnete Angreifer stürmen Schule: Wieder Dutzende Kinder in Nigeria entführt

Bewaffnete Angreifer haben eine Schule in Nigeria überfallen und Schüler entführt. Schon im Dezember waren Hunderte Kinder entführt worden.
Bewaffnete Angreifer haben eine Schule in Nigeria überfallen und Schüler entführt. Schon im Dezember waren Hunderte Kinder entführt worden.
© AP, Sunday Alamba, SA

17. Februar 2021 - 18:12 Uhr

Ein Kind soll bei dem Angriff getötet worden sein

Sie wurden von bewaffneten Männern mitten aus dem Leben gerissen – und sind nun wie vom Erdboden verschluckt. Schon wieder sind im afrikanischen Land Nigeria Dutzende Kinder aus einer Schule entführt worden. Ein Kind soll dabei erschossen worden sein, 29 andere Kinder sowie drei Lehrer und 12 Familienangehörige sind seit Mittwochmorgen verschwunden.

Hintergründe zur Tat sind unklar

Die Zahlen gelten nur als vorläufig – es könnten noch deutlich mehr Menschen verschwunden sein. Am Mittwochmorgen hatten mit Sturmgewehren bewaffnete und uniformierte Angreifer die Kinder im Schulgebäude in der Stadt Kagara überrascht und mitgenommen. Die Hintergründe waren zunächst unklar, Details wurden im Laufe des Tages erwartet.

Boko Haram entführte erst im Dezember Hundert Schüler

Es ist der zweite Angriff dieser Art in Nigeria innerhalb weniger Monate. Erst im Dezember 2020 waren knapp 300 Schuljungen aus ihrer Schule entführt worden. Damals bekannte sich die Terrororganisation Boko Haram zu dem Überfall. Eine Woche später wurden die Kinder zwar wieder freigelassen – doch sie bleiben schwer traumatisiert zurück. Ob Lösegeld an die Terrorgruppe gezahlt wurde, ist unklar – und auch, ob erneut Boko Haram hinter dem Angriff steckt, ist bislang nicht bekannt.

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Entführte Jungen müssen Kindersoldaten werden, Mädchen werden verheiratet und vergewaltigt

Boko Haram, aber auch Splittergruppen terrorisieren seit Jahren die Bürger im Norden Nigerias Im April 2014 hatten sie auf ähnliche Weise aus einer Schule in Chibok 276 Mädchen entführt. Die Tat hatte international für Entsetzen gesorgt und eine von vielen Prominenten unterstützte Solidaritätskampagne für die Freilassung der Mädchen ausgelöst. Der Großteil der Mädchen ist inzwischen wieder aufgetaucht – zuletzt konnten im Januar einige entkommen – doch über 100 werden immer noch vermisst.

Amnesty International zufolge wurden seit 2012 Hunderte Lehrer, Schüler und Studenten getötet oder verwundet. Viele entführte Jungen würden gezwungen, als Kindersoldaten tätig zu werden, Mädchen würden gegen ihren Willen verheiratet und vergewaltigt.

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