"New York Times" hat mit Mitarbeiterin gesprochen

Wie war das mit "America First"? Donald Trumps Golfclub soll illegale Migranten beschäftigt haben

07. Dezember 2018 - 15:31 Uhr

Donald Trump soll von illegaler Mitarbeiterin nichts gewusst haben

Victorina Morales ist 1999 in die USA eingereist - illegal und ohne Papiere. An ihrem Aufenthaltsstatus hat sich bis heute nichts geändert. Trotzdem arbeitete Morales fünf Jahre lang in einem Golfclub in Bedminster, der keinem Geringeren gehörte als US-Präsident Donald Trump. Das berichtete die "New York Times" nach ausführlichen Gesprächen mit Morales und einer zweiten Golfclub-Mitarbeiterin. Mit Trumps "America First"-Kampagne passt das nicht so richtig zusammen.

Sandra Diaz: "Viele Mitarbeiter ohne Papiere"

Für 13 Dollar pro Stunde habe sie seine Toilette geputzt, Golftrophäen abgestaubt und Golfshirts gewaschen, erzählte die gebürtige Guatemaltekin. An ihrer Uniform heftete stets eine Brosche der US-Flagge, später kam ein "Secret Service"-Pin dazu. "America First" - damit wirbt Trump als Präsident sowie als Unternehmer. Ausnahmen gibt es keine. Oder doch?

Laut dem aktuellen "NYT"-Artikel arbeiten im "Trump National Golf Club" mehrere Mitarbeiter, die ohne legalen Aufenthaltsstatus in den USA leben. Darunter sind Victorina Morales und Sandra Diaz. Beide haben mit Journalisten der US-Tageszeitung gesprochen. "Es gibt dort viele Mitarbeiter ohne Papiere", sagte Diaz (46), die von 2010 bis 2013 in Trumps Golfclub gearbeitet hat. Sie will von einigen illegalen Angestellten gewusst haben."

Trump Organization weist den Vorwurf zurück

"Wir haben Zehntausende Mitarbeiter auf all unseren Grundstücken", sagte Amanda Miller, Vize-Präsidentin für Marketing und Kommunikation, gegenüber der "NYT". Es gebe ein striktes Einstellungsverfahren: "Wenn ein Mitarbeiter falsche Papiere eingereicht hat, um das Gesetz zu umgehen, wird er sofort entlassen." Das hört sich schon eher nach Trumps Mitarbeiter-Politik an.

Schließlich war das Teil seiner Präsidentschaftskampagne 2016. Damals betonte er immer wieder, er wolle nur US-Amerikaner und im Land legal lebende Migranten in seinen Hotels, Clubs und Co. beschäftigen. Das sollten sowieso alle Firmen in den USA tun, so war sein Credo. Dafür habe er ein spezielles System namens "E-Verify" verwendet.

Donald Trump hatte in der letzten Zeit immer häufiger gegen illegale Immigration gewettert, weil Tausende Menschen an der mexikanischen Grenze auf eine Einreise in die USA warten.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Gegen Donald Trump liegen keine Beweise vor

Golfclub Bedminster
Privatsphäre groß geschrieben: Seit seiner Amtseinführung hat Trump an 70 Tagen Zeit in diesem Golfclub verbracht.
© deutsche presse agentur

Die "New York Times" bestätigt: Es gibt keine Beweise dafür, dass Trump von der Beschäftigung illegaler Migranten wusste. Nach den Erzählungen von Victorina Morales seien jedoch mindestens zwei der leitenden Angestellten in den Anstellungsprozess dieser Personen involviert gewesen. "Ich frage mich, ob es möglich ist, dass der Herr (Trump) wirklich denkt, wir hätten Papiere? Er weiß ja, dass wir kein Englisch sprechen", sagte Morales.

Die langjährige Reinigungskraft arbeitet seit dem Tag der "NYT"-Berichterstattung nicht mehr in Trumps Golfclub. Zudem plane sie, Führungspersonen wegen Diskriminierung zu verklagen - und gleichzeitig ein rechtmäßiges Visum zu erlangen. Schlecht über Trump geredet hat allerdings keine der beiden Frauen, die die "NYT" interviewt hat. Enttäuschung über Trumps klare Anti-Haltung gegenüber Migration sei zwar da gewesen, aber Morales würde auch nie vergessen, dass Trump stets höflich und großzügig gewesen sei.