2018 M06 4 - 14:43 Uhr

Trinkgeld-Frage in Deutschland - schnell beantwortet

Da sitzen wir satt im Restaurant, bestellen die Rechnung und fragen uns mit dem Blick auf die Rechnung: Wie viel Trinkgeld muss ich jetzt eigentlich geben? Kaum einer kennt diese Situation nicht. Doch für diese eine Frage, die so oft in unseren Köpfen geistert, gibt es eine ganz einfache Antwort: Fünf bis zehn Prozent sind in Deutschland üblich.

Was tun bei höheren Rechnungen und frechen Kellnern?

Doch gilt die Regel auch bei hohen Rechnungsbeiträgen? Bei Summen von mehreren hundert Euro empfiehlt knigge.de ein Trinkgeld von etwa fünf Prozent. Es spricht aber auch nichts dagegen, mehr zu geben. Das besonders dann, wenn Sie sehr zufrieden waren. Wie großzügig manche Gäste sind, zeigt die Geschichte im unteren Video.

Und was tun, wenn der Kellner den Restbetrag einfach einbehält? Entspricht die Summe dem Betrag, den Sie eh als Trinkgeld geben wollten, dann lassen Sie es dabei. Wollten Sie jedoch weniger oder gar kein Trinkgeld hinterlassen, sprechen Sie den Kellner freundlich darauf an. Vielleicht hat er es ja einfach aus Versehen einbehalten.

So viel Trinkgeld ist im Ausland üblich

Italien: ​Für das Gedeck und das zur Vorspeise gereichte Brot wird in italienischen Restaurants ein "Coperto" erhoben. Diese Grundgebühr entbindet den Italien-Urlauber von der Pflicht, dem Cameriere (Kellner) ein Trinkgeld zu geben. Doch es steht jedem zufriedenen Gast frei, dies dennoch zu tun - es wird dann einfach auf dem Tisch liegen gelassen.

Gleiches gilt für Spanien und Portugal. In den südeuropäischen Ländern gibt es keine verbindliche Trinkgeldtradition. Über einen Obolus auf dem Rechnungsteller freut sich das Personal aber trotzdem. Allerdings sollten Sie nicht versuchen, sich auf diese Weise Ihres Kleingelds zu entledigen. Ein zu geringer Betrag gilt als sehr unhöflich - dann lieber gar nichts.

Ungewolltes Kränken des Personals sollten Sie auch in Frankreich vermeiden. Dem Garçon das Trinkgeld direkt in die Hand zu drücken, ist ein absoluter Fauxpas. Die Franzosen lassen "Le pourboire" einfach dezent auf dem Tisch liegen. Es sei denn, die Etikette verbietet das Geben von Trinkgeld an die Servicekräfte, was durch den Hinweis "Pourboire interdit" (kein Trinkgeld) gekennzeichnet ist.

In Ägypten ist "Bakschisch" (Trinkgeld) eines der gebräuchlichsten Wörter zwischen Einheimischen und Touristen. Trinkgeld wird am Nil einfach immer und überall erwartet, das reicht vom Gepäckträger bis zum hilfsbereiten Passanten, der einem den Weg zum Zielort weist. Aber: Die Menschen dort haben nicht viel Geld. Die Miete für ein Haus kostet rund 100 Euro. Dementsprechend klein können Sie das Trinkgeld halten. 20 Cent sind in der ägyptische Währung (Pfund und Piaster) richtig viel Geld.

Dagegen ist der Urlaub in Skandinavien reisekassenfreundlich. In Schweden ist das Trinkgeld sowohl in Hotels und Restaurants als auch im Taxi bereits im Preis enthalten. Auch in Dänemark ist Trinkgeld nicht üblich.

Eher hoch angesiedelt ist das Trinkgeld in den USA. Das liegt daran, dass die Angestellen davon mitunter leben müssen. Das Gehalt fällt dementsprechend klein aus. 15 bis 20 Prozent ist die Regel. Gebräuchlich ist auch das "Tipping in advance" (Trinkgeld im Voraus), mit dem sich der Gast gleichzeitig den besten Platz im Restaurant sichert.

Irland- und Großbritannien-Reisende richten sich in Restaurants für die Höhe des Trinkgelds nach der Zehn-Prozent-Regel. In Bars und Pubs ist Trinkgeld nur üblich, wenn eine Bedienung die Getränke bringt.

In diesen Ländern hat Trinkgeld keine Tradition

In Costa Rica, Malaysia, Südkorea, Japan, China, den Vereinigten Arabischen Emiraten und auf den Fidschi-Inseln sind Trinkgelder nicht üblich. Sind die Restaurants oder Hotels aber besonders westlich orientiert, ist auch hier ein Trinkgeld angebracht. Ansonsten kann es im Zweifel sogar als Beleidigung gelten.