So können Sie Ihren Teil beitragen

Wie sich Plastikmüll auf Reisen vermeiden lässt

Nemo in Gefahr! Reisende können aktiv dazu beitragen, das Müllproblem nicht noch größer zu machen.
Nemo in Gefahr! Reisende können aktiv dazu beitragen, das Müllproblem nicht noch größer zu machen.
© iStockphoto, iStock, loops7

07. September 2021 - 13:31 Uhr

Weltweit Strände voller Plastikmüll

Wie viel Müll das Meer in sich trägt und beizeiten an die Küsten spült, bekommen viele Menschen gar nicht mit, denn touristische Strände werden oft fein sauber gehalten. Doch nicht nur für die Meeresbewohner, sondern auch für uns Menschen, ist das ein Desaster.

Und wer auf Reisen einen Blick auf den Straßenrand wirft, sieht dort häufig jede Menge Abfall herumliegen. Doch Urlauber können einen kleinen Teil dazu beitragen, das Problem nicht noch größer zu machen - indem jeder, der auf Reisen geht, auf alle Arten von Plastikverpackungen verzichten.

Wegwerfgesellschaft kostet vielen Meeresbewohnern und Vögeln das Leben

Die Überbleibsel unserer Wegwerfgesellschaft kosten in jedem Jahr bis zu 135.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel das Leben. Die Tiere verhungern mit vollen Mägen, da Plastik den Verdauungsapparat verstopft, Wale und Delfine, aber auch Schildkröten, verfangen sich in alten Fischernetzen, ertrinken oder erleiden schwere Verletzungen bei Befreiungsversuchen.

Doch nicht nur physische Gefahren lauern. Bei den Zersetzungsprozessen werden gefährliche Inhaltsstoffe wie Bisphenol A, Phtalate oder Flammschutzmittel freigesetzt, die sich in der Nahrungskette anreichern und nachhaltig das Erbgut und den Hormonhaushalt mariner Lebewesen beeinflussen können. Auch sind in der Langzeitfolge schädliche Auswirkungen auf den Menschen nicht auszuschließen.

Wie Sie im Urlaub auf Plastik verzichten können

Der WWF hat einen kleinen Ratgeber für Touristen rausgegeben. Wichtige Schritte stehen schon vor dem Urlaub an: So können Urlauber eine Trinkflasche oder einen Thermobecher von zu Hause mitnehmen, um vor Ort keine Wasserflaschen aus Plastik kaufen zu müssen. Mehrwegflaschen für unterwegs gibt es dem WWF zufolge auch mit integriertem Filter für verunreinigtes Wasser.

Lunchboxes und wiederverwendbares Reisebesteck lassen sich ebenfalls von zu Hause aus mitnehmen, ebenso eine eigene Tasche zum Einkaufen. Wer es ganz genau nimmt, vermeidet Kosmetika und Sonnencreme, die Mikroplastik enthält. Eine als nachhaltig zertifizierte Unterkunft zu buchen, kann dabei ebenfalls helfen, Plastikmüll zu vermeiden.

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Unverpackte Speisen sind erste Wahl auf Reisen

Am Urlaubsort sollten sich Reisende dann nach der Qualität des Leitungswassers erkundigen. Im Süden Europas stehe das Wasser aus dem Hahn oft in Verdacht, nicht trinkbar zu sein, so der WWF. Das ist aber meist nicht richtig. Unterwegs lässt sich die eigene Flasche häufig an öffentlichen Trinkbrunnen füllen.

LESE-TIPP: Einfache Plastik-Alternativen für den Haushalt

Wer es mit der Plastikvermeidung genau nimmt, meidet Imbisse und Snackbuden, die ihre Speisen auf Einmalgeschirr und mit Besteck aus Plastik anbieten. Unverpackten Waren sollte man Vorzug geben vor eingeschweißten Produkten. Und natürlich sollte man vermeiden, selbst irgendwo Müll liegenzulassen, der etwa ins Meer gelangen könnte.

GUT ZU WISSEN: Lebensmittel nachhaltiger einkaufen

76 Einkaufstüten aus Plastik wurden jährlich in Deutschland pro Person verbraucht, bevor die Plastiktüten 2020 endlich verboten wurden. Sei es der Verzicht auf Plastiktüten oder die Entscheidung für Ware, die fair produziert wird: Auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Leben gibt es in unserem Alltag einige Stellschrauben, an denen wir ganz leicht ein wenig drehen können. Denn: Jeder von uns muss Lebensmittel kaufen - und jeder von uns kann mit seinem Einkaufsverhalten beeinflussen, wie nachhaltig das geschieht. Wir zeigen hier, mit welchen einfachen Schritten Sie Ihren Lebensmittelkauf nachhaltiger gestalten können.

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