Ihr Ex sitzt im Knast - doch der Terror geht weiter

Wie sich eine junge Mutter gegen ihren Stalker wehrt

29. Oktober 2019 - 7:41 Uhr

Erst kam die Liebe, dann die Angst

Es begann mit Liebe, doch davon ist längst nichts mehr übrig. Silke K. lebt in Angst, seit ihre Beziehung mit Hardy G. zerbrach. Ihr Exfreund rief sie immer wieder an. Er bedrohte sie und ihre beiden Kinder mit dem Tod, brach bei ihnen ein. Hardy G. befestigte einen GPS-Sender am Wagen der Grundschullehrerin und tauchte ab, mit ihm verschwand ein Gewehr aus dem Waffenschrank seines Vaters. Fünf Wochen fahndete die Polizei mit einem Großaufgebot nach dem Ex-Soldaten. Ein Gericht verurteilte ihn im Mai 2019 zu drei Jahren Haft. Und doch hat Silke K. noch immer keine Ruhe.

„Erstaunlich, was sich die Leute aus den Fingern ziehen“

"Er hat aus unserer Sicht kein Unrechtsbewusstsein", so Corny Weiß, die Anwältin des Stalking-Opfers. "Und das Ganze wird durch seine Familie unterstützt." Die Angehörigen von Hardy G. und seine Freunde behaupten, Silke K. würde lügen. Ihrer Ansicht nach hätte sie nie verkraftet, dass es Hardy G. war, der die Beziehung beendete. "Außerhalb des Saales wird noch mehr dreckige Wäsche gewaschen als innerhalb des Gerichtssaales. Wobei es schon immer wieder erstaunlich ist, welche Fantasien hier in den Raum geworfen werden und was sich die Leute alles aus den Fingern ziehen", sagt Weiß.

Silke K. will stark bleiben

Auf einer Facebook-Seite versuchen Freunde und Familie, das Verhalten von Hardy G. zu rechtfertigen. Silke K. ist fast täglich Anfeindungen und Vorwürfen ausgesetzt. RTL sprach die Mutter des Verurteilten darauf an. Ihre Sicht der Dinge sehen Sie im Video.

Silke K. will stark bleiben - auch wenn das schwierig ist. "Die Ungewissheit ist natürlich da, wenn er mal entlassen wird. Nach allem, was hier gelaufen ist, auch im Gerichtssaal. Und was seine Mutti im Internet macht", sagt sie. Trotz aller Hetze will sie nicht klein beigeben, sondern mit ihren beiden Kindern einfach nur in Frieden leben. Die Kraft dafür findet sie bei Spaziergängen in der Natur mit ihrem Hund. Sie hat sich fest vorgenommen, nicht wegzuziehen.

Hier finden Sie Hilfe bei Stalking

Wie Sie sich verhalten sollten, wenn Sie gestalkt, geschlagen oder missbraucht worden sind, erfahren Sie hier. Oft haben Opfer von Stalking Probleme damit, Beweise zu sichern. Mit der App "No Stalk" des Weißen Rings sollen Betroffene vor Gericht beweisen können, dass sie terrorisiert und bedroht werden. Wie sie funktioniert, zeigen wir hier.