Tipps für schwangere 14-jährige aus Russland

Wie schwer haben es Teenie-Eltern? Junge Mutter erzählt

01. Juli 2020 - 17:11 Uhr

„Man braucht Leute, die einen unterstützen, die einen nicht aufgeben!“

Mit 17 Jahren dreht sich das Leben von Sabrina Merz um 180 Grad. Sie steht kurz vor ihrem Schulabschluss, als sie schwanger wird. Sie und ihr Freund trennen sich – doch alleine ist sie in dieser Zeit nicht, denn ihre Familie und Freunde unterstützen sie, wo sie nur können. Heute gibt sie als Pädagogin ihre Erfahrung weiter, ist für andere Eltern da, berät sie und hilft ihnen auf ihrem Weg.

Im Video: Das sagt die Teenie-Mum zur Schwangerschafts-Geschichte aus Russland

Wir sprechen mit Sabrina über einen aktuellen Fall in Russland. Eine 14-Jährige will ihr Kind mit ihrem 10 Jahre alten Freund großziehen. Die Geschichte von Darya Sudnishnikova geht um die Welt. Was kommt auf die beiden jetzt zu? Was sollte man dem jungen Paar raten? Sabrina war in einer ähnlichen Situation in ihrem Leben, hat ähnliche Geschichten durch ihre Arbeit im Familiennetzwerk selbst erlebt – was sie zu der Geschichte aus Russland sagt, zeigen wir im Videobeitrag.

Was in den beiden Teenagern gerade vorgehen muss und ob sie in dem Alter überhaupt in der Lage sind, ein Baby großzuziehen, darüber haben wir auch mit Psychologin Cordula Leddin gesprochen.

Sabrina hatte ein gutes Umfeld – Freunde und Familie halfen ihr in dieser Zeit

Als Sabrina schwanger wurde, stand sie kurz vor ihren Abschlussprüfungen. "Ich wollte nicht abbrechen, oder in eine Ecke gedrängt werden, sodass ich erstmal, bis es nicht mehr ging, es auch nicht erwähnt habe", erzählt sie uns im Interview. Immer wieder schwirrten ihr dieselben Gedanken durch den Kopf: Wie soll das funktionieren, wie kriegt man das unter einen Hut und worauf muss sie sich einstellen. Auch ihr Umfeld bemerkte das. "Ich wusste, da sind Leute, die tuscheln – ich hatte aber auch Freunde, die sehr gut reagiert haben und immer an meiner Seite standen", so die Pädagogin.

Für sie war es wichtig, dass auch die Lehrer in dieser Zeit für sie da waren. Wegen gesundheitlicher Probleme musste sie in der 25. Schwangerschaftswoche für eine lange Zeit ins Krankenhaus. Die Lehrer haben ihr dann Aufgaben geschickt, sodass sie zumindest weiter lernen konnte. "Tatsächlich habe ich meine Prüfungen nach der Geburt erst fertig geschrieben, obwohl die eigentlich schon längst durch gewesen wären."

„Manchmal sind es nur kleine Schrauben, an denen man drehen muss“

Jetzt ist Sabrina unter anderem Kursleiterin im Familiennetzwerk in Kamen und unterstützt, hilft und berät Eltern bei ihren Problemen. "Manchmal sind es nur kleine Schrauben, an denen man drehen muss, manchmal ist es ein einziger Satz, der eine Blickrichtung ändert." Das sozialpädagogische Prinzip, die "Hilfe zur Selbsthilfe", ist das was diese Arbeit für sie so besonders macht: Diese Menschen nach ihrer Beratung zu verlassen und zu wissen, dass sie jetzt auf dem richtigen Weg sind und es ihnen besser geht.

"Das ist das wichtigste was ich mitgeben kann: Man braucht Leute, die einen unterstützen, die einen nicht abstempeln und aufgeben." Und genau das will sie für andere sein, die in einer ähnlichen Situation sind, wie sie bereits war: Eine echte Unterstützung und Anlaufstelle.