Wie pervers kann Krieg sein? Bomben treffen Schulbus im Jemen: 39 Tote

09. August 2018 - 13:59 Uhr

39 Tote und über 40 Verletzte

Ein Luftangriff auf einen Schulbus im Jemen hat dem Gesundheitsministerium zufolge mindestens 39 Menschen getötet. Viele der Toten und der mehr als 40 Verletzten des Bombardements nördlich der Hauptstadt Sanaa seien Kinder, sagte Sprecher Jussef al-Hadri. Das Ministerium wird von Rebellen kontrolliert.

Kinder sollten in die Sommerschule

Anwohner sagten, der Bus habe Kinder in eine Sommerschule fahren sollen. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes sprach in einem Tweet von Dutzenden Toten sowie Verletzten, die in einem Krankenhaus behandelt würden.

Das Ministerium machte für den Angriff ein saudi-arabisch geführtes Militärbündnis verantwortlich, das im Jemen die Lufthoheit hat. Seit mehr als drei Jahren bombardiert es Stellungen der Huthi-Rebellen im Bürgerkriegsland und tötete dabei Tausende Menschen, darunter viele Zivilisten. Seine Bombardements trafen unter anderem Hochzeiten, Trauerfeiern oder belebte Märkte. Seit der Eskalation des Konfliktes 2015 sind insgesamt mehr als 10.000 Menschen getötet worden, darunter Tausende Zivilisten.

Hilfsorganisationen sprechen von größter humanitäre Krise weltweit

Die saudische Militärkoalition unterstützt die international anerkannte Regierung des Landes bei ihrem Kampf gegen die Rebellen, die weite Teile im Norden des Landes sowie die Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Erst vor einer Woche hatte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, die ersten Friedensgesprächen seit zwei Jahren angekündigt. Er wolle die Konfliktparteien zum 6. September nach Genf einladen. Unterdessen tobt der Krieg im Jemen weiter. Hilfsorganisationen bezeichnen die Lage in dem bitterarmen Land als derzeit größte humanitäre Krise weltweit.