Wie nachhaltig ist unser Lebensmittelmarkt?

16. Oktober 2017 - 12:03 Uhr

Video: Nachhaltig einkaufen - so funktioniert's!

Obwohl nachhaltige Lebensmittel immer mehr gefragt sind, gestaltet sich nachhaltiges Einkaufen in unseren Supermärkten schwieriger als gedacht. Legt die Lebensmittelindustrie wirklich Wert auf Umwelt, Klima und Tierschutz oder stecken nur leere Parolen hinter ökologischen Werbeslogans? Höchste Zeit den deutschen Lebensmittelmarkt auf seine Nachhaltigkeit zu prüfen.

Geht es um Lebensmittel, schauen wir Deutsche genau hin. Besonders in Zeiten, in denen vor allem viele junge Konsumenten auf einem gesunden und durchtrainierten Körper achten, fernab von Übergewicht, spielt die Qualität der Produkte eine zunehmend wichtigere Rolle.

Das bestätigt auch eine aktuelle Nestlé-Studie, der zufolge sich jeder vierte Verbraucher zur Gruppe der 'Quality Eater', zu Deutsch 'besonders anspruchsvolle Esser', zählt. Hinzu kommt bei stolzen 81 Prozent der Verbraucher ein vermehrtes Umdenken hinsichtlich Nachhaltigkeit und artgerechter Tierhaltung. Aber werden die Lebensmittel unserer Supermärkte den neuen Ansprüchen auch gerecht?

18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr im Müll

Wir leben heutzutage in einer sogenannten Überflussgesellschaft. Alle Produkte sind zu jeder Zeit, in jedem Supermarkt in Massen vorhanden und erhältlich. Trotz wandelndem Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist der deutsche Konsument also daran gewöhnt, alles in der Menge und zu der Zeit zu bekommen, wie er es gerne hätte.

Die Folge: Es werden Unmengen an zu viel produzierten Lebensmitteln weggeschmissen. Das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in Deutschland veranschaulichen uns Berechnungen der Umweltorganisation WWF, denen zufolge 18 Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich im Müll landen.

Hinzu kommt der besonders in der westlichen Welt etablierte, übermäßige Fleischkonsum. Die WWF rät den Fleisch- und Fischkonsum grundsätzlich um mindestens die Hälfte zu reduzieren. Vorher könne von Nachhaltigkeit nicht die Rede sein.

Bio = nachhaltig?

Einen ersten Schritt in die richtige Richtung stellt der Anbau von Bio-Produkten dar. Die biologische Landwirtschaft ist vermehrt darauf bedacht, die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten sowie die natürlichen Ressourcen zu schonen. Aber auch Organisationen wie Rainforest Alliance oder Fairtrade folgen einem Konzept, mit Hilfe dessen sie neben der ökologischen auch die soziale Nachhaltigkeit wie faire Arbeitsbedingungen fördern und unterstützen. 

Alternativen zum klassischen Supermarkt

Wenn Sie in Zukunft nachhaltiger einkaufen möchten, haben Sie verschiedenen Möglichkeiten:

Verpackungsfreie Supermärkte

Kaufen Sie Ihre Lebensmittel zum Beispiel in einem verpackungsfreien Supermarkt. Um Ware wie Nudeln, Reis oder Nüsse zu kaufen, bringen Sie hier Ihre eigenen Behälter mit und füllen die Lebensmittel aus Spendern ab. Damit helfen Sie nicht nur dabei, weniger Plastikmüll zu produzieren, sondern tragen ebenfalls dazu bei, dass weniger Lebensmittel weggeschmissen werden. Denn kann man selbst die Mengen bestimmen, kauft man auch bedachter ein.

Auf Internetportalen für Umwelt und Nachhaltigkeit wie utopia.de oder nabu.de finden Sie Listen mit verpackungsfreien Supermärkten in Deutschland.

Wochenmärkte

Sie haben mindestens einmal in der Woche einen Markt bei sich in der Nähe? Wunderbar! Dann kaufen Sie Obst, Gemüse, Käse und Fleisch zur Abwechslung doch mal auf dem Wochenmarkt. Dabei unterstützen Sie die ansässigen Bauern und tragen so zur regionalen Nachhaltigkeit bei.

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