"Es ging unentschieden aus"

Wie Heiko Maas Donald Trumps Handschlag überlebte

© dpa, Patrick Semansky, PS fgj

20. August 2019 - 17:37 Uhr

Von Volker Petersen

Wenn Heiko Maas eines oft macht, dann ist es Hände schütteln. Als Außenminister jettet er um die Welt und trifft alle möglichen Politiker – darunter natürlich auch der mächtigste Mann der Welt, Donald Trump. Doch wie ist es eigentlich, dem US-Präsidenten die Hand zu schütteln? Diese Frage wurde Maas gestern in der Bundespressekonferenz in Berlin gestellt. Tja, gute Frage.

Am Ende verdrehte Shinzo Abe die Augen

Donald Trump und Shinzo Abe
Donald Trump und Shinzo Abe bei einem Treffen im April 2019. Den 19-Sekunden-"Handschlag" des US-Präsidenten vor gut zwei Jahren hat der japanische Premierminister offenbar gut überstanden.
© deutsche presse agentur

Denn Trump ist berüchtigt für seine Technik. Da war zum Beispiel sein Treffen mit Japans Premierminister Shinzo Abe vor gut zwei Jahren. Trump schüttelte, zog und drückte die Hand des Japaners, 19 Sekunden lang, wie es anschließend hieß. Dazu tätschelte er immer wieder Abes Hand. So macht man das, wenn man die Oberhand behalten will. Am Ende zog Abe leicht genervt seine Rechte weg und konnte ein Augenrollen nicht verbergen.

Angela Merkel bekam kein Handshake

Angela Merkel und Donald Trump
Große Lust auf ein Handshake mit Angela Merkel hatte Donald Trump nicht - und machte daraus auch kein Geheimnis.
© REUTERS, JONATHAN ERNST, JE /TC

Oder erinnern wir uns an Angela Merkels ersten Besuch bei Trump in Washington. Der US-Präsident und die Kanzlerin saßen nebeneinander vor der Fotografenmeute. "Handschlag!", forderte die – und Trump? Zeigte keine Regung. Hatte er den Aufruf nicht gehört? Merkel beugte sich sogar zu ihm herüber und sagte auf Englisch: "Ich glaube, sie wollen einen Handschlag." Trump stierte weiter geradeaus. War er gedanklich schon beim Golfspielen? Oder wollte er Merkel bloßstellen? Man weiß es nicht.

Emmanuel Macron, der Prankenquetscher von Paris

Donald Trump und Emmanuel Macron
Na, wer hat den kräftigeren Handschlag? Donald Trump und Emmanuel Macron liefern sich regelrechte Duelle.
© imago images / ZUMA Press, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Unumstrittener Handschlagkönig ist aber Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Der lieferte sich bei seinen ersten Treffen mit Trump regelrechte Duelle – bei einem Besuch in Washington drückte er bei Trump so fest zu, dass dessen Knöchel deutlich hervortraten. Zeitlupenbilder zeigten deutlich, wie der Amerikaner sogar versuchte, sich aus der Umklammerung des Pariser Prankenquetschers zu befreien. Punktsieg Macron!

Bei einem anderen Treffen wollten beide nicht loslassen, vollführten zunächst einen lässigen hohen Handschlag mit überkreuzten Daumen, um sich dann einen Wangenkuss aufzuhauchen. Was irgendwie seltsam wirkte. Bei einem Besuch in Paris ging es dann richtig rund. 29 Sekunden lang schüttelten sich Trump und Macron die Hände, erst normal, dann mit überkreuzten Daumen, schließlich sogar zu dritt mit Macrons Frau Brigitte – erst dann ließ der US-Präsident doch noch los.

Heiko Maas: "Es war kein Wettbewerb"

Heiko Maas
Glück gehabt! Bundesaußenminister Heiko Maas entging einem Handschlag-Zweikampf mit Trump.
© REUTERS, Fabrizio Bensch, /FW1F/Frances Kerry

Aber wie war es denn nun bei Maas? Durch solche Abenteuer wie Macron musste der SPD-Mann nicht. Amüsiert über die Frage, sagte der Minister: "Ich habe ihm lediglich einmal die Hand gegeben und es war kein Wettbewerb, wer fester zudrücken kann." Wirklich nicht? Denn geschlagen geben wollte sich der Deutsche auf keinen Fall: "Ich würde sagen, es ging irgendwie Unentschieden aus. Aber es ist ehrlich gesagt eine Frage, die mich bisher nicht so bewegt hat." Offenbar war ihm gar nicht klar, in welche Gefahr er seine Hände brachte. Glück gehabt, Herr Minister.