Wie durch ein Wunder: Gelähmter kann wieder gehen

29. Februar 2016 - 15:13 Uhr

"Ich war überzeugt, dass er nie wieder gehen würde"

Marcus Lilliebjörn hatte sich beim Sport so schlimm verletzt, dass er ab dem Hals querschnittsgelähmt war. Niemand hatte Hoffnung, dass der junge Mann je wieder laufen kann - selbst Ärzte sahen keine Chance. Doch dann passierte das Unglaubliche.

Wie durch ein Wunder: Gelähmter kann wieder gehen
"Dein Gehirn versucht verzweifelt, deinen Arm dazu zu bringen, sich zu bewegen und nichts passiert", beschreibt Marcus seine Empfindungen.

Marcus aus Schweden liebt das Turnen, seine große Leidenschaft ist der dreifache Salto. Doch genau der wird dem damals 19-Jährigen am 4. Januar 2011 zum Verhängnis. Bei einem Trainingssprung fiel er mit voller Wucht auf seinen Kopf. Marcus kämpfte um sein Leben. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, ob er überlebt. Für seine Eltern der absolute Horror. "Es war ein Glück, dass er überhaupt noch am Leben war", erzählt seine Mutter unter Tränen.

Marcus hatte sich das Genick gebrochen. Der junge Mann, der gerade noch voll im Leben stand, war plötzlich vom Kopf abwärts gelähmt. Doch er lebt. "Dein Gehirn versucht verzweifelt, deinen Arm dazu zu bringen, sich zu bewegen und nichts passiert", beschreibt Marcus seine Empfindungen. "Nicht ein einziger Muskel spannt sich an. Das ist ein furchtbares Gefühl. Du bist gefangen in deinem eigenen Körper."

Marcus brauchte ein Beatmungsgerät. Seine Ärzte geben ihm wenig Hoffnung. "Ich war überzeugt, dass er nie wieder gehen und immer in einem kritischen Zustand bleiben würde", so sein behandelnder Neurochirurg, Björn Hedman.

Aber Marcus hat einen Trumpf im Ärmel - einen Trumpf mit dem er es schafft, seinem schlimmen Schicksal die Stirn zu bieten. Seine Freundin Stefanie. "Als ich aufgewacht bin und man mich fragte, ob ich sie sehen möchte, habe ich erstmal nein gesagt. Ich hatte Angst, dass es sie schockieren würde, mich so zu sehen. Also ließ ich ihr erst nur eine Nachricht zukommen. Zwei Tage später sagte ich dann, dass ich sie doch sehen möchte."

Von da an ist Stefanie immer an seiner Seite - und das, obwohl die beiden vor seinem Unfall gerade mal drei Monate zusammen waren. Stefanie gibt Marcus Kraft, das Unglaubliche zu schaffen: Nach nur wenigen Wochen kann der junge Schwede seine Beine wieder bewegen. Ein unglaublicher Moment.

"Ich habe in meinem ganzen Körper wieder Gefühl", freut sich der 24-Jährige. Bei Marcus haben sich Nervenzellen regeneriert, die das normalerweise nicht tun. Und so macht er - nur fünf Monaten nach dem schweren Unfall - seine ersten zögerlichen Schritte. Bis heute trainiert Marcus jeden Tag, er läuft wieder und turnt sogar. Sogar einen Salto bekommt der Sportler wieder hin. Dank seines starken Willens und seiner Freundin Stefanie hat Marcus das Unmögliche möglich gemacht.