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Wie Corona: Warum Pandemien in Zukunft immer wahrscheinlicher werden

Etliche Einflussfaktoren sorgen für häufigere Ausbrüche

Wie Corona: Warum Pandemien in Zukunft immer wahrscheinlicher werden

10.05.2020, Indonesien, Makassar: Ein Junge mit Mundschutz schaut nach durch Streben, während landesweit Einschränkungen in den Folgen einer Corona-Pandemie. Foto: Herwin Bahar/ZUMA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Coronavirus - Indonesien
zeus frd nwi, dpa, Herwin Bahar

Podcast „Wieder was gelernt“

Die weltweite Corona-Pandemie ist immer noch nicht unter Kontrolle. Während die verschiedenen Länder und ihre Experten Schadensbegrenzung betreiben, warnen andere Forscher jetzt schon, dass sich ein derartiges Szenario jederzeit wiederholen kann. Simone Sommer ist Leiterin des Instituts für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik an der Universität Ulm. Warum unser Umgang mit der Natur die Pandemiegefahr erhöht, verrät sie im neuen Podcast "Wieder was gelernt".

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Unser Umgang mit der Natur erhöht die Pandemiegefahr

Ebola , Sars, Mers und das neuartige Coronavirus sind sogenannte Zoonosen. Das sind Infektionskrankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden . Rund zwei Drittel aller Infektionskrankheiten entstehen so. Und im Fall von Ebola oder eben dem neuen Coronavirus kosten sie viele Tausende Menschen das Leben.

Der Ursprung des Coronavirus wird auf einem Wildtiermarkt in Wuhan , China, vermutet . Dass Wildtiere und Menschen wie dort zusammentreffen, ist einer der häufigsten Gründe für die Entstehung von Zoonosen. Der Handel mit exotischen und wilden Tieren ist aber nicht der einzige Grund, sagt Simone Sommer, Leiterin des Instituts für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik an der Universität Ulm. Auch unser Umgang mit der Natur erhöht die Pandemiegefahr.

"Dazu gehören Veränderung der Landnutzung und Umweltzerstörung, zum Beispiel für den Anbau von Monokulturen wie Soja, für Palmölplantagen. Aber auch für Staudammprojekte, für Bergbau und Straßenbau werden die verbleibenden Flächen von Regenwäldern massiv abgeholzt oder zerstört. Und dadurch kommen der Mensch und seine Nutztiere in immer engeren Kontakt zu Wildtieren. Und wir haben keine gemeinsame Koevolution. Dadurch kommen wir in Kontakt mit Erregern, für die wir nicht die geeigneten Abwehrmechanismen entwickelt haben."

Massentierhaltung ist für Viren ideal, um sich zu vermehren

Kühe und Schweine sind für uns schon lange keine Wildtiere mehr. Zwar ist der Tierbestand an Schweinen 2019 um 1,5% gesunken, insgesamt ist er in der deutschen Landwirtschaft heutzutage aber deutlich größer als vor 100 Jahren. Und die Art, wie wir sie als Nutztiere heute halten, ist nicht nur für die Tiere schlecht. Die industrielle Haltung der Tiere kann die Entstehungen von Zoonosen ebenfalls begünstigen, sagt Simone Sommer.

Sie vergleicht die Massentierhaltung mit einer vollgepackten Bahn an einem Wintertag: Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung eines Erregers ist bei vielen Individuen auf engem Raum sehr hoch. So ist es auch bei der Massentierhaltung. Wenn eine Infektion reinkommt, kann sie sich stark vermehren. Es ist der optimale Lebensraum für ein Virus. Es kann sich sehr stark vermehren - und dabei können durchaus Mutation entstehen.

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