28. September 2018 - 16:42 Uhr

Wer wird Bürgermeister im Anden-Dorf Yúngar?

Okay, diese Meldung aus Südamerika ist echt sonderbar: In einem peruanischen Dorf stehen zwei Männer mit historisch belasteten Vornamen zur Wahl - Hitler Alba und Lenin Rodríguez. Beide wollen den Posten im Dorf Yúngar erobern, wie der Radiosender "RPP" berichtet.

Hitler-Wahlwerbung in Peru
Hitler an der Wand, Hitler auf T-Shirts... Im Dörfchen Yúngar tobt momentan der Wahlkampf.
© Somos Perú Yúngar/Facebook

Wie kommt jemand auf die Idee, sein Kind "Hitler" zu nennen?

Müssen wir jetzt Angst bekommen, wenn Hitler oder Lenin wieder an die Macht kommen? Nicht wirklich. Hitler Alba beteuert, keinerlei Sympathien für Adolf Hitler zu hegen und bedauert es, diesen Vornamen zu tragen. Sein Vater habe ihn so genannt, weil der Name international klinge, allerdings kannte er den historischen Kontext angeblich nicht. Er selbst habe seinen Namen ändern wollen, sich aber dann schlecht dabei gefühlt. Nun ja...

Jetzt gibt es jedenfalls skurrile Wahlkampfbilder aus Peru. Hitler-Graffitis an Hauswänden, Menschen mit Hitler-T-Shirts auf den Straßen - und dann dieser Wahlkampfspruch des Kandidaten: "Hitler steht für Vertrauen". Da muss man als Europäer schon kräftig schlucken.

Die Einwohner von Yúngar haben die Qual der Wahl

"Ich bin Hitler, der Gute", sagt Alba über sich selbst. Er ist Demokrat, tritt für die Partei "Somos Perú" an. "Wir haben immer Gutes getan, und die Leute kennen uns", zitierte ihn der Sender. Er war übrigens bereits von 2011 bis 2014 Bürgermeister des Anden-Dorfes.

Lenin Rodríguez habe noch versucht, die Kandidatur Albas wegen angeblicher formaler Mängel für unzulässig zu erklären, sei aber gescheitert. Beide werden also am 7. Oktober zur Wahl antreten.