20. Mai 2019 - 18:18 Uhr

Riesige Aufregung nach Bierdeckel-Aktion

Man nehme einen Bierdeckel, schreibe mit hessischem Dialekt eine Frage zum Islam auf und verteile das Ganze in Cafés und Kneipen der Stadt – fertig ist eine skurrile Aktion! Was eigentlich zu einem positiven Austausch der Religionen anregen sollte, führte binnen kurzer Zeit zu einer riesigen Aufregung: denn Alkohol und Islam? Das passt doch nicht - oder? Sehen Sie im Video die skurillen Bierdeckel.

"Gibt's vom Islam verschiddene Sorde?"

Da sitzt man abends gemütlich in einer Kneipe im hessischen Maintal, trinkt sein Bier und schaut geistesabwesend auf den Bierdeckel. "De Mohammed, was wa denn des eischentlisch für eina?" – steht dort auf einem grün-blau verzierten Untersetzer, der mit Apfelweinkrügen bedruckt wurde.

Unter dem Motto "Islam uff hessisch" hat der Verein Orient Netzwerk und die Stadt Maintal 5.000 Bierdeckel hergestellt. Auf ihnen stehen Quizfragen zum Islam. Blöd nur, dass man die Antworten dazu nicht etwa auf der Rückseite der Deckel findet -  stattdessen muss man per QR-Code oder Link auf die Homepage der Stadt, um eine Antwort zu bekommen. Im Video

Menschen sollten ins Gespräch kommen

Dem Vorsitzenden des städtischen Ausländerbeirats Salih Tasdirek passte das Ganze gar nicht. "Das war keine gute Idee, die haben das verbockt." Muslime hätten sich durch die Verbindung von Alkohol und Islam verletzt gefühlt. Die gut gemeinte Aktion sei ohne Fingerspitzengefühl und aus einseitiger Perspektive gemacht worden.

Die Aktion geht auf den Deckel von Verena Strub, der Integrationsbeauftragten der Stadt. Der Bembel, also der Apfelweinkrug, soll nicht für den Alkohol stehen, sondern sei wie der ebenfalls abgebildete Apfelbaum oder das Schützenhaus das Symbol der Region. Man wolle damit Menschen ins Gespräch bringen.

Das hat man jedenfalls geschafft, eher im negativen Sinne. Nun sollte man gemeinsam aus den Missverständnissen lernen.