WHO veröffentlicht Liste der weltweit häufigsten Todesursachen

Jeder zehnte Mensch weltweit stirbt an den Folgen des Tabakgenusses.
Jeder zehnte Mensch weltweit stirbt an den Folgen des Tabakgenusses.
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand

18. Dezember 2013 - 14:57 Uhr

Etwa 80 Prozent der Raucher-Tode vermeidbar

Für die einen gehört es zum coolen Image, andere können einfach nicht damit aufhören – trotz zahlreicher Verbote ist Rauchen für Millionen Menschen weltweit allgegenwärtig. Doch die neueste Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet nun, dass gerade an den Folgen des Tabakgenusses auf der Erde die meisten Menschen sterben. Jeder Zehnte wird demzufolge Opfer von Erkrankungen, die aus dem Rauchen resultieren.

An erster Stelle stehen wie in der Studie vor elf Jahren erneut die Herz- und Kreislauferkrankungen. Sie sind eine der häufigsten Folgen von intensivem Tabakkonsum und waren laut der WHO-Statistik für knapp ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich. Dabei hätten laut der Organisation rund 80 Prozent der Tode durch eben jene Erkrankungen durch gesündere Ernährung, regelmäßigen Sport oder den Verzicht aufs Rauchen verhindert werden können.

Zudem wird in der Sterbe-Statistik deutlich, dass die Bedeutung der nichtübertragbaren Erkrankungen gegenüber den infektiösen Krankheiten zunimmt. Zwei Drittel aller Todesfälle seien demnach auf Diabetes, Lungenerkrankungen und Co. zurückzuführen. Dieser Trend sei nicht nur in den Industrie-, sondern auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern zu beobachten. In Industrieländern wie Deutschland seien 87 Prozent aller Todesfälle auf nichtinfektiöse Krankheiten zurückzuführen, in Schwellenländern wie Brasilien sind es 81 Prozent und in Entwicklungsländern wie Äthiopien rund 36 Prozent.

Mehr Verkehrstote weltweit - weniger in Deutschland

Während sich bei den ersten sechs Todesursachen (Herzerkrankungen, Schlaganfall, Lungeninfektion, Lungenerkrankungen, Durchfallerkrankungen und HIV/Aids ) im Vergleich zu 2000 nur die Zahlen jedoch nicht die Platzierungen verändert haben, zeigt sich auf den weiteren Plätzen ein verändertes Bild.

Demnach ist die Zahl der Todesfälle in Folge von Lungenkrebs und Diabetes ebenso gestiegen wie die Zahl der Verkehrstoten. Demnach sterben jeden Tag fast 3.500 Menschen durch Verkehrsunfälle, weltweit waren es 1,3 Millionen Verkehrstote in 2011. Die WHO ruft deshalb dazu auf, die Verkehrsregeln und -überwachung in den Ländern mit steigender Motorisierung stärker zu überwachen, um Verletzungen und Todesfälle zu vermeiden.

Auf deutschen Straßen ist die Zahl der Verkehrstoten dagegen in den ersten fünf Monaten des Jahres deutlich gesunken. Auch die Zahl der Verletzten und Unfälle ging im Vergleichszeitraum zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit setzte sich der Trend fort: 2012 waren in Deutschland rund 3.600 Verkehrsteilnehmer bei Unfällen ums Leben gekommen, so wenige wie nie zuvor.

Dagegen auch weltweit gesunken sind die Todesfälle in Folge von Frühgeburten (2000: Platz 7, 2011: Platz 10) und Tuberkulose (2000: Platz 8, 2011: Platz 13). Zudem stieg die Lebenserwartung von Kindern deutlich an, während 1990 die Lebenserwartung im Durchschnitt bei 64 Jahren lag, beträgt sich nun durchschnittlich 70 Jahre.