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WHO-Studie deckt auf: Mindestens jede dritte Frau wird misshandelt

WHO-Studie deckt auf: Mindestens jede dritte Frau wird misshandelt

Körperliche Gewalt gegen Frauen öfter als vermutet

Prügel, Vergewaltigung oder sogar Mord – täglich leiden viele Menschen weltweit unter Gewalt. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeichnet nun ein erschreckendes Bild der Gewalt besonders gegen Frauen: Weltweit werden etwa 35 Prozent aller Frauen - also mehr als jede Dritte - verprügelt, vergewaltigt oder sexuell genötigt.

Mindestens jede dritte Frau Opfer körperlicher Gewalt
Laut einer Studie wird mindestens jede dritte Frau Opfer körperlicher Gewalt.
dpa, Jörg Lange

Damit werden sexuelle und andere körperliche Gewalttaten gegen Frauen viel öfter begangen als bislang vermutet. "Gewalt gegen Frauen ist ein globales Gesundheitsproblem von epidemischem Ausmaß", erklärte WHO-Generaldirektorin Chan bei der Veröffentlichung der Studie. "Zugleich sehen wir, dass das Gesundheitswesen mehr für Frauen, die Gewalt erfahren, tun kann und tun muss", so Chan. Belegt ist nun auch: Frauen werden weit öfter von ihren Partnern vergewaltigt oder verprügelt als von Fremden.

Oft Gewalt durch den eigenen Partner

Unter Gewalttaten innerhalb von Beziehungen leiden demnach etwa 30 Prozent aller Frauen weltweit. Zudem sei bei 38 Prozent aller Frauen, die ermordet werden, der aktuelle oder Ex-Partner der Täter. Lediglich in 7,2 Prozent der Fälle – so die Studie – werden die Frauen Opfer sexueller Gewalt durch Fremde, wobei die Autoren eine untere Altersgrenze von 15 Jahren ansetzten.

Unter den Folgen der Gewaltanwendung gegen Frauen nennt die WHO Depressionen und Alkoholprobleme. Vergewaltigte Frauen seien sehr viel öfter mit Geschlechtskrankheiten infiziert als andere. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, doppelt so groß wie bei anderen Frauen. Die Wissenschaftler stellten zudem fest, dass jene Frauen, die in ihrer Beziehung immer misshandelt werden, Gefahr laufen, Kinder mit einem bis zu 16 Prozent geringeren Geburtsgewicht als normal zur Welt zu bringen.

Die Daten für den umfangreichen Bericht wurden von Experten der WHO sowie der London School of Hygiene and Tropical Medicine und des South African Medical Research Council zusammengetragen.