Impfungen verhindern jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle

WHO schlägt Alarm: Wir lassen uns zu wenig impfen!

21. Januar 2019 - 8:52 Uhr

Impfbereitschaft muss dringend verbessert werden

Eindringliche Warnung der Weltgesundheitsorganisation WHO: Mangelnde Impfbereitschaft zählt zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt. Sie drohe die Fortschritte bei der Bekämpfung von Krankheiten zunichte zu machen, die durch Impfen vermeidbar sind. Die Verbesserung der Impfbereitschaft gehört deshalb laut WHO zu den vorrangigen Zielen für die kommenden Jahre. 

Auch Luftverschmutzung, multiresistente Keime und Übergewicht sind große Gefahren

Als weitere maßgebliche Gefahren für die Gesundheit der Menschen weltweit sieht die WHO die Luftverschmutzung, die Ausbreitung Antibiotika resistenter Keime, die Übergewichts-Epidemie und das Auftauchen gefährlicher Erreger wie Ebola. Impfungen verhindern laut WHO jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle. Weitere 1,5 Millionen könnten verhindert werden, wenn weltweit mehr Menschen geimpft würden.

Negativbeispiel Masern

Mother nursing sick child At Home
Auch in Deutschland erkranken viele Kinder an Masern, weil die Eltern sie nicht impfen ließen.
© Getty Images/iStockphoto, South_agency

Die Gründe für die Impfmüdigkeit seien vielfältig. Dazu gehörten schlichte Nachlässigkeit, der schwierige Zugang zu Impfstoffen oder mangelndes Vertrauen. Welchen Folgen das haben könne, zeige das Beispiel Masern: Weltweit sei die Zahl der Fälle im Jahr 2017 um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Auch in einigen Ländern, die bereits kurz vor der Ausrottung der Krankheit gestanden hätten, gebe es wieder mehr Fälle.

Zu einem Anstieg der Masern-Fälle kam es zuletzt auch in Europa: Dort seien im gesamten Jahr 2017 23.927 Menschen erkrankt - 2016 waren es nur 5.273. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Ausbrüche, die jährlichen Fallzahlen schwanken erheblich.

Im laufenden Jahr will die WHO unter anderem die Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs über eine Ausweitung der HPV-Impfungen vorantreiben. Auch die Ausrottung von Polio in Afghanistan und Pakistan sei ein wichtiges Ziel.