RTL/ntv Frühstart

Kai Whittaker (CDU): Müssen EU-Flüchtlingspolitik "endgültig lösen"

15. September 2020 - 10:14 Uhr

Griechen nicht "alles alleine überlassen"

Der CDU-Politiker Kai Whittaker hat mit Blick auf die Situation der Flüchtlinge in Griechenland ein europäisches Vorgehen gefordert. "Wir brauchen jetzt wirklich eine europäische Asylpolitik – das ist deutlich geworden. Wir können den Griechen nicht alles alleine überlassen. Das war der Fehler, den wir in den letzten Jahren immer wieder gemacht haben", sagte Whittaker im "Frühstart" von RTL/ntv.

Gerade 2012, als Italien Deutschland um Hilfe bat, habe Deutschland "nein" gesagt. "Das war ein Fehler. Dafür haben wir 2015 den Preis bezahlt", so Whittaker. Nun gehe es darum, eine europäische Lösung zu erreichen und z.B. "ein europäisches Zentrum für Flüchtlinge aufbauen, wo wir dann die Asylverfahren durchführen können und das weitere europäische Verfahren abstimmen." Man müsse das Thema der europäischen Flüchtlingspolitik nun "endgültig lösen" und nicht weiter vor sich hertragen.

Am Dienstagmorgen wurde bekannt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) sich darauf verständigt haben, rund 1500 weitere Migranten von den griechischen Inseln in Deutschland aufzunehmen.

Über SPD-Ultimatum "aufgeregt"

Über das Ultimatum, das SPD-Chefin Saskia Esken der Union in der Frage der Aufnahme von Flüchtlingen gestellt hatte, habe sich Whittaker "aufgeregt", weil es ja "nicht an uns als CDU/CSU liegt, zu beweisen, dass wir eine humanitäre Politik machen." Deutschland habe in den vergangenen fünf Jahren so viele Flüchtlinge aufgenommen, wie kein anderes europäisches Land. "Wir müssen nicht beweisen, dass wir eine humanitäre Flüchtlingspolitik machen, aber wir können auch nicht alleine in Europa handeln, sondern wir müssen möglichst viele andere Staaten mitnehmen", sagte Whittaker zu RTL/ntv.

Whittaker hatte zuletzt, zusammen mit 15 anderen Unions-Bundestagsabgeordneten, in einem Brief an Innenminister Horst Seehofer (CSU) die Aufnahme von 5000 anerkannten Flüchtlingen vom griechischen Festland gefordert.

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