Whitmarsh: "Sebastian macht den Unterschied"

Martin Whitmarsh hat lobende Worte für Weltmeister Sebastian Vettel gefunden.
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14. Oktober 2011 - 13:54 Uhr

Martin Whitmarsh hat die Extra-Klasse von Sebastian Vettel anerkannt. "Wir hätten sie besiegen können in diesem Jahr - wenn Sebastian nicht fahren würde", sagte der Teamchef von McLaren der 'FAZ'.

Sein eigenes Team wäre laut Whitmarsh ohne Vettel ganz vorne: "Ich habe sehr viel Respekt vor Mark Webber, aber wenn Red Bull mit zwei Männern von seiner Sorte antreten würde, dann würden wir jetzt die Weltmeisterschaft anführen und könnten noch den Titel holen. Doch Sebastian macht den Unterschied, er ist eine Ausnahmeerscheinung in der Formel 1. Er ist ein verdienter Weltmeister."

Noch in der vorigen Saison hat es zwischen Whitmarsh und Vettel ordentlich gekracht, als der Weltmeister in Spa einen Unfall mit Jenson Button hatte. Damals bezeichnete der McLaren-Chef den Red-Bull-Piloten als "Crashkid". "Ich wollte ihn damals nicht attackieren, das ist nicht meine Art. Er war schon immer sehr schnell, aber er hat Fehler gemacht und in Spa das Rennen von Jenson zerstört - das ist Fakt", sagte der 53-Jährige. "Seit dieser Saison fährt Sebastian allerdings grandios und auf einem anderen Level, er tritt noch selbstbewusster auf. Er bereitet das Auto gezielt auf das Qualifying vor, steht dann wie selbstverständlich auf der Pole Position und gewinnt die Rennen oft sehr einfach."

Kein Misstrauen gegenüber Red Bull

An Spekulationen, Red Bull würde mehr Geld investieren als die FOTA als Obergrenze vereinbart hatte, will sich der Brite nicht beteiligen. "Für all diese Gerüchte gibt es keine Belege. Das müssen wir akzeptieren. Ich persönlich fühle mich sowieso nicht von Red Bull besiegt, weil sie vielleicht mehr Geld ausgeben als sie dürfen. Sie haben über den Winter einen besseren Job gemacht als wir bei McLaren. Und das haben sie bestimmt nicht getan, weil sie noch irgendwo 50 Ingenieure Undercover beschäftigen", so Whitmarsh.

Auch Michael Schumacher wird in der Lobeshymne des McLaren-Teamschefs erwähnt: "Er ist ein großartiger Fahrer, darüber gibt es keinen Zweifel. Derzeit ist er so gut wie nie zuvor seit seinem Comeback. Und er wird immer besser." Außerdem sieht Whitmarsh die Rückkehr des Rekordweltmeisters als Gewinn für die gesamte Formel 1. "Für die Zuschauer ist es gut, dass er hier ist. Aber er ist nicht mehr so wichtig, wie er es einmal war.Die Formel 1 vergisst sehr schnell, und wir haben auch noch vier andere großartige Weltmeister im Feld. Ich denke, dass die Show derzeit so gut ist wie selten zuvor."