WhatsApp-Virus: Gefährlicher Kettenbrief verspricht neues Feature

23. November 2016 - 15:37 Uhr

Virus statt Videotelefonie

Videotelefonie bei WhatsApp – eine neue Funktion, die FaceTime, Skype & Co. bald überflüssig machen könnte. Kein Wunder, dass Nutzer des Messenger-Dienstes es kaum abwarten können, das neue Feature zu nutzen. Da eine gleichzeitige Freischaltung des Updates für alle User die Server überlasten würde, hat Whatsapp die Freischaltung über mehrere Tage verteilt. Ein Konzept, das einige nun für ihre Zwecke missbrauchen.

So funktioniert die Abzocke

WhatsApp-Kettenbrief.
Die Nutzer werden aufgefordert, die Nachricht mehrfach zu teilen.
© Internet

Im Zuge gefälschter Nachrichten wird WhatsApp-Nutzern ein Link geschickt, der für die Freischaltung der lang ersehnten Videotelefonie sorgen soll. Sobald Sie auf den Link klicken, werden Sie aufgefordert die Nachricht an fünf Freunde und fünf Gruppen zu versenden. Angeblich soll dadurch überprüft werden, ob Sie tatsächlich ein aktiver Nutzer sind. Erst wenn die Nachricht – ähnlich wie bei einem klassischen Kettenbrief – ausreichend oft geteilt wurde, lädt die nächste Seite.

WhatsApp Warnung.
Angeblich wurden im Zuge des Fake-Updates vier Viren gefunden.
© Internet

Der wirklich gefährliche Part beginnt allerdings erst jetzt: Das Smartphone beginnt zu vibrieren und eine gefälschte Google-Meldung warnt vor vier auf dem Handy gefunden Viren, die den Akku erheblich beschädigt hätten. Einzige Lösung: Nur das schnelle Laden einer angeblichen Antivirensoftware könne weitere Schäden verhindern. Praktischerweise ist der entsprechende Link bereits in der Meldung enthalten.

Wer sein Smartphone schützen möchte, tappt hier leider in die Falle. Denn das angebliche Anti-Viren-Programm ist tatsächlich ein Virus.

Wie können Sie sich schützen?

Sollten Sie eine der gefälschten Nachrichten zugeschickt bekommen, gibt es einen einfachen Weg, der Abzocke nicht in die Falle zu gehen: Schließen Sie zunächst den Tab der Gefahrenmeldung. Beenden Sie anschließend Ihre Browser-App und öffnen Sie die Einstellungen ihres Smartphones. Gehen Sie im Unterpunkt 'Anwendungen' (je nach Gerät auch 'Anwendungsmanager' oder 'Apps') auf die Browser-App, mit der Sie ins Internet gehen. Im Speicher der App sollten Sie anschließend ihre Daten löschen. Falls Sie mehrere Browser verwenden, wiederholen Sie den Vorgang sicherheitshalber bei allen.

Wer das korrekte Update für die Videotelefonie des Messenger-Dienstes noch nicht erhalten hat, muss sich wohl oder übel noch ein wenig in Geduld üben. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis alle WhatsApp-User das neue Feature endlich benutzen können – und das ganz ohne gefährliche Viren.