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Whatsapp-Sticker-Funktion: Rechtsextreme verbreiten NS-Symbolik

Hände mit Smartphones vor Whatsapp-Logik
Rechtsextreme sollen die neue Sticker-Funktion nutzen, um NS-Symbolik zu verbreiten. © picture alliance, Aytac Unal

Eigentlich eine coole neue Funktion ...

Seit einiger Zeit können wir über Whatsapp nicht mehr nur mit Worten und Emojis kommunizieren, sondern auch bunte Sticker versenden. Eigentlich ein Grund zur Freude – doch schon kurz nach der Einführung der neuen Funktion bricht der erste Shitstorm aus: Neonazis und Antisemiten sollen die Sticker nutzen, um Hasssymbole zu verbreiten.

... die schnell zum Missbrauch einlädt

In einem Tweet teilt das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. Screenshots aus der Messenger-App, auf denen "volksverhetzende NS-Symbolik" zu sehen ist. Rechtsextreme würden die neue Funktion, die es auch erlaubt, eigene Sticker zu erstellen, dazu nutzen, um Hakenkreuze, SS-Runen, Hitler-Bilder und andere oft strafbare Symbole zu verbreiten. 

Was kann man gegen strafbare Sticker unternehmen?

Das Jüdische Forum stellt dem Messenger-Riesen dabei direkt die Frage, wie die Verbreitung solcher fremdenfeindlichen Bildchen verhindert werden könne. Ein Sprecher von Whatsapp sagte uns, dass man diesen Hass mit Nachdruck verurteile. "Diese antisemitischen Sticker sind unakzeptabel und wir wollen sie nicht in Whatsapp", heißt. Whatsapp rät Empfängern, Bilder mit illegalem Inhalt zu melden.

Eine weitere Neuerung bei Whatsapp, die viele eher unschön finden dürften: Bald führt der Messenger Werbung ein. Wie das aussehen könnte, sehen Sie im Video:

WhatsApp führt im Status-Bereich Werbung ein
WhatsApp führt im Status-Bereich Werbung ein 00:25

Machen Urhebern und Verbreitern solcher Nachrichten sich strafbar?

Die Möglichkeit, eigene Sticker zu erstellen und sie dann über den Apple oder den Google Play Store hochladen zu können, birgt großes Potenzial für Missbrauch. Neben fremdenfeindlichen Bildern könnten beispielsweise auch Nacktfotos, Bilder von Tierquälerei oder sogar Kinderpornografie so ihren Weg in den Messenger finden.

Diejenigen, die diese Inhalte auf den entsprechenden Plattformen hochladen, machen sich in Deutschland strafbar. Wer antisemitische Sticker oder GIFs nur an eine Person im Privatchat schickt, muss sich – zumindest einem Fall von 2016 zufolge – keine Sorgen machen. Bei Gruppenchats spiele der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge der vorhergehende Chatverlauf eine Rolle dabei, ob das Versenden strafrechtlich verfolgt werde oder nicht.

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