Offensive gegen gefährliche Falschmeldungen

WhatsApp: Neue Maßnahmen gegen Fake News zu Corona

WhatsApp will Nutzer dabei unterstützen, Fake News leichter zu erkennen.
© iStockphoto, HbrH

07. April 2020 - 11:42 Uhr

Unternehmen will Verbreitung von Fake News unterbinden

Je länger die Corona-Krise andauert, umso mehr Falschmeldungen kursieren rund um das Virus. Ein beliebter Kanal für die Verbreitung von Fehlinformationen ist dabei WhatsApp. Eine neue Funktion des Messenger-Dienstes soll es Nutzern nun erleichtern, Fake News zu erkennen. Außerdem erschwert der Dienst das Weiterleiten von Nachrichten.

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Fake News zu Corona können dramatische Folgen haben

Weltweit tauschen sich etwa zwei Milliarden Menschen über WhatsApp aus. Dies erklärt, warum sich Fake News über angebliche Impfstoffe oder vermeintlich wirksame Hausmittel gegen das Virus via WhatsApp in rasendem Tempo verbreiten. Diese Falschmeldungen können schlimmstensfalls lebensgefährlich sein, aber auch Unsicherheit und Angst in der Bevölkerung schüren. In der Vergangenheit hatten beispielsweise Falschmeldungen über angeblich geplante Supermarkt-Schließungen zur Zunahme von Hamsterkäufen geführt.

Weitergeleitete Nachrichten auf Wahrheitsgehalt prüfen

Um die Verbreitung der falschen Informationen über WhatsApp zu unterbinden, hat der Messenger Dienst nun ein neues Update entwickelt. So findet sich ab sofort neben Nachrichten, die mehrmals weitergeleitet wurden, ein kleines Lupensymbol. Wenn Sie auf dieses Symbol klicken, öffnet sich ein Pop-up-Fenster. In diesem werden Sie gefragt, ob Sie eine Internetsuche zu dem empfangenen Text starten möchten. Außerdem werden Sie darauf hingewiesen, dass der Inhalt der Nachricht für die Google-Suche hochgeladen wird. Auf diese Weise sollen Nutzer weitergeleitete Meldungen schneller und leichter auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen können.

Die Funktion ist auf Android ab der Version 2.20.94 verfügbar.

Weiterleitung von Nachrichten auf fünf Kontakte begrenzt

Bereits im Jahr 2019 ist WhatsApp Fake News mit einem Update gegen die Verbreitung von Fake News vorgegangen: Seit dem letzten Jahr können Nachrichten nur nach an maximal fünf – zuvor waren es 20! - Kontakte weitergeleitet werden. Weitergeleitete Nachrichten werden zudem als solche gekennzeichnet.

Informations-Offensive per Nachrichtenhotline

Zudem hat WhatsApp ein Informations-Hub gestartet. Damit möchte das Unternehmen "Nachrichtenhotlines für Nutzer auf der ganzen Welt" bereitstellen. Dabei arbeitet die Facebook-Tochter mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF sowie dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zusammen . "Diese Hotlines werden gesicherte Informationen zur Verfügung stellen und im WhatsApp Coronavirus Informations-Hub aufgeführt sein", schreibt das Unternehmen.

Auf der Seite will das Unternehmen die Nutzer darüber informieren, wie sie sich "mit WhatsApp um Freunde und Familie kümmern" können. Durch eine noch stärkere Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden will der Messenger-Dienst sicherstellen, dass die User stets die "neuesten offiziellen Gesundheits-Informationen" zur Verfügung gestellt bekommen.

Whatsapp erschwert Weiterleiten von Nachrichten

Außerdem macht es WhatsApp in der Corona-Krise noch etwas umständlicher, Nachrichten weiterzuleiten. Nachrichten, die bereits häufig verteilt wurden, können nur noch einzeln an einen Chat weitergeschickt werden. Bisher war dies in bis zu fünf Chats gleichzeitig möglich.

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