WhatsApp gibt Nutzer-Daten an Facebook weiter: So widersprechen Sie

27. August 2016 - 19:17 Uhr

Neuen Datenschutz-Richtlinien widersprechen: so geht's

Viele haben es schon befürchtet: Zwei Jahre nachdem Facebook den Nachrichtendienst 'WhatsApp' übernommen hat, wurden jetzt die Datenschutz-Richtlinien von WhatsApp zum Nachteil der User geändert. Künftig sollen die Telefonnummer des WhatsApp-Nutzers sowie Informationen dazu, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird, an Facebook weitergegeben werden.

Doch das muss nicht sein! Denn es gibt eine Möglichkeit, dem Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook zu entgehen. Bestehende Mitglieder können zumindest der Verwendung ihrer Daten für die Personalisierung von Facebook-Werbung und Freunde-Vorschläge widersprechen, wie der Dienst klarstellte. An Facebook weitergegeben werde die Telefonnummer trotzdem. Die Informationen könnten dann von Facebook zum Beispiel verwendet werden, um den Betrieb der Infrastruktur und die Sicherheit zu verbessern, hieß es.

Und so funktioniert's: Jeder WhatsApp-User bekommt früher oder später eine Aufforderung, die neuen AGBs zu akzeptieren. Anstatt den großen 'Zustimmen'-Button zu drücken, klicken Sie auf 'Lesen'. Danach gelangt man auf eine Unterseite, auf welcher Sie das entsprechende Häkchen entfernen können.

Mit dem Abgleich der Telefonnummer solle unter anderem relevantere Werbung bei Facebook angezeigt werden, erklärte das Unternehmen. Auch die Freunde-Suche solle so verbessert werden. WhatsApp selbst soll aber auch weiterhin werbefrei bleiben.

Wenn zum Beispiel ein WhatsApp-Nutzer seine Handy-Nummer auch mit Händlern geteilt habe, die Anzeigen bei Facebook schalten und dafür ihre Datenbanken hochluden, könnten ihm durch den Abgleich Angebote des Geschäfts eingeblendet werden. In den neuen Nutzungsbedingungen geht es auch um die Pläne, WhatsApp für die Kommunikation zwischen Nutzern und Unternehmen einzusetzen. Das hatte Mitgründer Jan Koum Anfang des Jahres angekündigt. Auch der zweite große Kurzmitteilungsdienst des Online-Netzwerks - der Facebook Messenger - will eine große Rolle bei Kontakten zwischen Firmen und ihren Kunden spielen.

Datenschützer Caspar kündigte eine Prüfung der Pläne an: "Jenseits der wenig klaren und in sich intransparenten Datenschutzhinweise wird zu untersuchen sein, in welcher Weise der Datenaustausch stattfindet und ob es hierfür eine rechtliche Grundlage gibt."

Das Teilen der Informationen von Nutzerkonten zwischen Facebook und WhatsApp ohne Einwilligung der Nutzer sei nach europäischen und nationalen datenschutzrechtlichen Standards massiv in Frage zu stellen. "Allein das Wissen über die gespeicherten Telefonnummern der Nutzer eröffnet Perspektiven, für die jeder Geheimdienst dankbar wäre." Der Schritt markiere den Einstieg von WhatsApp in die Kapitalisierung von Daten und werde dazu führen, "dass Facebook noch mehr über seine Nutzer weiß als zuvor", warnte Caspar.