WhatsApp gibt Handynummern an Facebook weiter: Zustimmung JETZT rückgängig machen

29. September 2016 - 10:59 Uhr

Diese Einstellung sollten Sie jetzt vornehmen

Fast jeder Zweite in Deutschland nutzt WhatsApp - 35 Millionen Menschen. Gehören Sie dazu? Dann dürfte Sie das hier interessieren: Die Verbraucherschutzzentralen haben das Unternehmen abgemahnt, weil die Handynummern der Nutzer jetzt doch an den Besitzer Facebook weitergegeben werden sollen. Bewusste Täuschung nennen das die Verbraucherschützer. Wir zeigen, was den Nutzern droht und was Sie dagegen tun können.

Viele WhatsApp-User fühlen sich betrogen

Ein paar Mal tippen, den Standort verschicken - so geht Freunde treffen heute. Natürlich mit WhatsApp, wie sonst. Der Messenger ist kostenlos, schnell, einfach und praktisch. Aber auch ziemlich hinterlistig: Der Messenger sendet bald automatisch private Daten an Facebook.

Viele User fühlen sich betrogen. Denn als Facebook 2014 WhatsApp für mehr als 19 Milliarden Dollar aufkaufte hieß es noch, WhatsApp bleibe weiter unabhängig. Heute, nur 2 Jahre später, müssen die Kunden feststellen: alles Quatsch. Facebook greift künftig die Handynummern von WhatsApp ab. Heißt: Das soziale Netzwerk schaut sich das Telefonbuch über WhatsApp an, um dem Nutzer dann bei Facebook passende digitale Freunde vorzuschlagen. Zudem kann Facebook einem künftig gezielt Werbung von Unternehmen anzeigen, mit denen man telefonisch Kontakt hatte.

"Der Verbraucher wird dadurch getäuscht, dass vermittelt wird, er solle nur eine einfache Zustimmung zu Nutzungsbedingungen geben. Dies ist aber gar nicht der Fall, weil viel weitreichendere Genehmigungen eingeholt werden", sagt Christopher Kunke von der Verbraucherzentrale NRW.

Mit dieser Einstellung können User sich schützen
Deaktivieren Sie bis Sonntag in den WhatsApp-'Einstellungen' unter 'Account' den Reiter 'Meine Account-Info teilen'. Dann kann Facebook die eigenen WhatsApp Daten zumindest nicht für Werbung nutzen.

Der drohenden Klage von deutschen Verbraucherschützern dürfte der Milliardenkonzern WhatsApp gelassen entgegenblicken. Und dass die Nutzer trotz Täuschung und Datendiebstahl weglaufen, ist auch nicht zu befürchten. Zu wichtig ist WhatsApp für das Leben der meisten Menschen geworden. Facebook sagt Danke, weiß künftig noch mehr über uns als bisher. Es sei denn wir trauen uns - und drücken die Löschtaste.