Experten prüfen Zusammenhang

Altersheime: Mehrere Todesfälle nach Corona-Impfung

Coronavirus-Impfung
© dpa, Fabrizio Bensch, mma cul

15. Januar 2021 - 10:59 Uhr

Bislang zehn Todesfälle

Eine 89-jährige Frau ist am Mittwoch in einem Seniorenheim im niedersächsischen Weyhe gestorben. Ebenso sind im Hattinger Pflegeheim St. Mauritius gestern Abend eine 93- und eine 99-jährige Bewohnerin gestorben. Vormittags waren sie wie viele andere Bewohner des Heims gegen Corona geimpft worden. Das Paul-Ehrlich-Institut prüft bislang zehn Todesfälle kurz nach einer Corona-Impfung.

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89-Jährige galt vor der Coronavirus-Impfung als fit

Die 89-jährige Seniorin war am Mittwoch in ihrem Pflegeheim gegen das Coronavirus geimpft worden. Sie galt als allgemein fit und habe kurz nach der Impfung mit ihren Angehörigen telefoniert, sagte der Diepholzer Landrat Cord Bockhop laut NDR. Sie sei eine halbe Stunde nach der Impfung betreut worden, kurz danach verstarb sie trotz Wiederbelebungsmaßnahmen.

Obduktion soll Klarheit schaffen

Trotz des unklaren Zusammenhangs zur Impfung, zweifle der Landrat nicht an der Qualität des Impfstoffs. Das Paul-Ehrlich-Institut, das am Bundesgesundheitsministerium angedockt ist, wolle die Leiche der Seniorin obduzieren lassen, um einen möglichen Zusammenhang herauszufinden.

Die vorübergehenden Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs erklären wir in diesem Artikel.

Verschiedene Grunderkrankungen

Das Paul-Ehrlich-Institut prüft nun bislang zehn Todesfälle kurz nach einer Corona-Impfung - ein Zusammenhang gilt den Experten zufolge aber als eher unwahrscheinlich. In diesen Fällen waren schwer kranke Menschen innerhalb von vier Tagen nach der Immunisierung gestorben, berichtete das für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zuständige Bundesinstitut im hessischen Langen.

"Aufgrund der Daten, die wir haben, gehen wir davon aus, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung gestorben sind - in zeitlich zufälligem Zusammenhang mit der Impfung", sagte Brigitte Keller-Stanislawski, die zuständige Abteilungsleiterin für die Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Über Einzelfälle könne sie aus Gründen des Personenschutzes nichts sagen, "aber es handelt sich um sehr schwer kranke Patienten mit vielen Grunderkrankungen". Manche seien palliativ behandelt worden. Bislang haben in Deutschland mehr als 800.000 Menschen eine erste Impfdosis erhalten.

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