Eine unheilige Kombination

Wind mischt kräftig mit - Waldbrände und Sandsturmgefahr

Der Strömungsfilm für 5 Tage Die Zeichen stehen auf Sturm
00:40 min
Die Zeichen stehen auf Sturm
Der Strömungsfilm für 5 Tage

von Björn Alexander und Carlo Pfaff

Das Thema Trockenheit wird jetzt noch einmal ziemlich aufgemischt. Denn die Warmluft mit Spitzen bis 30 Grad kommt mit einem lebhaften bis stürmischen Wind daher. Und das bleibt nicht ohne Folgen, weiß wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff.

Oben im Video: Sommerluft kommt mit reichlich Wind

Die Ausgangslage: Trockenheit vielerorts problematisch

Im Gegensatz zum Süden Deutschlands, wo zuletzt häufiger Schauer und Gewitter unterwegs waren, sieht es in vielen Landesteilen ganz anders aus. Denn nennenswerte Niederschläge sind in letzter Zeit kaum gefallen. Und dementsprechend trocken sind die Böden. Das zeigt nicht zuletzt die Waldbrandgefahr, wie beispielsweise beim ersten größere Wald- und Flächenbrand im Taunus zu Beginn der Woche.

Vorsicht in den Wäldern

Waldbrand - ein Feuer lodert im Unterholz
Trockenes Unterholz und keine Regen in Sicht - das hält die Waldbrandgefahr weiterhin hoch
www.imago-images.de, imago images / A. Friedrichs, via www.imago-images.de

Die Situation in punto Waldbrand ist laut Pfaff vor allem in der Nordhälfte teilweise sehr brisant. Mit Blick auf die Waldbrandgefahr fokussiert er den Osten: „Von der Lüneburger Heide über Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg herrschen aktuell die zweihöchste beziehungsweise die höchste Waldbrandgefahrenstufe 4 bis 5 (von 5).” Aber auch im Norden sowie im Westen sei die Waldbrandgefahr mit Stufe 3 erhöht. Offenes Feuer, Grillen, weggeworfene Zigarettenstummel - das kann fatale bis katastrophale Folgen haben. Doch Pfaff sieht noch eine weitere Gefahr.

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Wind legt deutlich zu

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Während am Mittwoch der Nordwesten die heftigsten Böen drohen, ist am Donnerstag mehr der Nordosten betroffen
wetter.de

Die Warmluft aus dem Südwesten Europas kommt mit ordentlich Karacho zu uns. Angetrieben von Tief YANNICKA wird es damit ganz schön turbulent. Carlo Pfaff mit den Aussichten: „Der Wind aus westlichen Richtungen frischt auf und weht landesweit mit Stärke 5 bis 7 - das entspricht 40 bis 60 km/h. Im Bergland sowie am Freitag auch an den Küsten sind starke bis stürmische Böen um 80km/h zu erwarten. In Schauer- und Gewitternähe können auch im Flachland mal kurzzeitig stürmische Böen mit dabei sein. Am Samstag wird es nur im Nordosten noch windig.”

Zu den Windkarten für Deutschland und weltweit

Brach liegende Felder werden zur Falle

Ein Auto fährt über eine Landstraße, während aufgewirbelter Sand von einem Traktor auf einem staubtrockenen Feld die Sicht behindert.
Staubtrockene Felder - jetzt können sich kleinräumige Sandstürme entwickeln
jst fdt, dpa, Julian Stratenschulte

Derzeit liegen viele Felder brach oder sind gerade erst bestellt. Damit pfeift der teilweise stürmische Wind mehr oder weniger ungebremst über freie Flächen. Eine ziemlich unheilige Situation. Denn auf diese Weise können sich Sand- und Staubstürme entwickeln, die auf den Straßen in unmittelbarer Nähe für starke Sichtbehinderungen sorgen können. Eine Falle, die zum Beispiel am 8. April 2011 auf der A19 in der Nähe von Rostock acht Menschen das Leben kostete. Damals waren über 80 Fahrzeugen bei extrem schlechter Sicht an der Kollision beteiligt.

Lese-Tipp: Sandsturm-Prozess - Beide Seiten legen Rechtsmittel ein

Am Sonntag wird es ruhiger

In Sachen Wind und Staub oder der hohen Belastung durch Gräserpollen sieht der Meteorologe ab Sonntag im Nordosten eine Entspannung. Doch ganz klar: richtig entspannt wird die Situation - auch in Sachen Waldbrand - erst dann, wenn es mal wieder richtig regnet. Allerdings ist Pfaff „beim Regen für ganz Deutschland vorerst einmal skeptisch”. Zumindest sei eine nachhaltige und regenreiche Umstellung der Wetterlage vorerst nicht in Sicht.

Das Bild zeigt den wetter.de-Meteorologen Carlo Pfaff in seiner Heimatstadt Innsbruck
wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff
wetter.de

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(bal, pfa)